#13 Reinhold & Diane Messner

Shownotes

Reinhold Messner ist heute 82 Jahre alt. Ein Leben lang hat er sich – trotz aller Vorsicht – in gewisser Weise dem Tod freiwillig ausgesetzt. Heute nähert er sich einem ganz anderen Tod: dem Unausweichlichen, den er sich nicht mehr aussuchen kann. Ich frage ihn, worin der Unterschied liegt in der Auseinandersetzung mit dem Tod, damals und heute. Gemeinsam mit seiner Frau Diane sprechen wir über das Älterwerden und über das Privileg, dabei jemanden an seiner Seite zu haben. Dianes Gewissheit, bis zuletzt bei ihm zu bleiben, ist für Reinhold das größte Geschenk. Diane erzählt offen auch ihre Sicht der Dinge: wie herausfordernd es für sie ist, mitanzusehen, wie es mit Reinhold bergab geht; und wie sie sich gleichzeitig immer jung fühlt, da sie meist von älteren Menschen umgeben und stets "die junge Frau" ist. Im Kern geht es hier um eine Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen in sehr unterschiedlichem Alter, die lernen mussten, damit umzugehen.

Am 7. Oktober erschien ihr gemeinsames Buch "Lebenszeit – Vom Wert der Vergänglichkeit".

https://www.reinholdmessner.com

Transkript anzeigen

00:00:06: Herzlich willkommen zum Podcast Memento Moare, Gespräche über den

00:00:11: Tod

00:00:11: und das Leben davor.

00:00:13: Ich bin Caroline Kirschbaumer und ich spreche mit unterschiedlichen

00:00:17: Menschen

00:00:18: über den Tot, über das Sterben, über Vergänglichkeit – und damit natürlich auch übers

00:00:24: Leben!

00:00:25: Und ich habe häufig aufgegeben.

00:00:27: fast die Hälfte meiner Touren großen Abenteuer sind nicht gelungen.

00:00:31: Ich habe immer wieder den Verzicht gegeben aus Sorge, dass ich umkommen könnte.

00:00:37: Jetzt komme ich dem Umkommen nicht mehr aus, das ist der große Unterschied.

00:00:42: Mir ist bewusst was auf mich zukommen kann und ich werde bei ihm bleiben.

00:00:47: Das weiß ich.

00:00:47: egal was passiert, egal wie krank er werden würde ob ich ihn pflegen müsste werde ich das wollen.

00:00:56: Das ist der Unterschied.

00:00:57: Ich will es!

00:00:59: Nicht ich muss es sondern ich will es weil er mir ja auch viel gibt Und ich möchte was zurückgeben.

00:01:07: Diese Sicherheit ist das wertvollste, was ich

00:01:10: von Jahren kriege

00:01:12: und das lässt mich das Leben viel leichter zu meistern als wenn ich sie nicht hatte.

00:01:19: Die Naht oder Erlebnisse die ich hatte sind eine Stütze um bis in die Ewigkeit zu schauen Aber es sind nicht Schlüssel um das Ganze zu verstehen.

00:01:33: Es ist auch nicht so, dass diese Nahtoderlebnisse mich für alle Zeiten befreit haben von der Angst.

00:01:43: Ich

00:01:43: freue mich wirklich

00:01:44: sehr, dass ihr beide heute hier seid.

00:01:46: Lieber Reinhold

00:01:47: Messner.

00:01:48: und liebe Diane Messner!

00:01:50: Danke schön.

00:01:51: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:53: Ja ich freu' mich auch.

00:01:56: Reinhold messener... Ich brauche dich zwar nicht wirklich vorstellen, aber ich tust den noch ganz kurz.

00:02:02: Du bist einer der bekanntesten Extrem-Bergsteiger

00:02:05: in der Welt.

00:02:06: Du hast sehr viele Rekorde gebrauchen.

00:02:08: Beispielsweise im Jahr und neunzehntelundsiebzig erstmals den Mount Everest ohne Flaschen-Sauerstoff bestiegen und sehr viel weiteres ist gefolgt.

00:02:16: Heute hältst du sehr viele Vorträge.

00:02:19: ihr reist viel seit viel unterwegs.

00:02:21: Seit dem Jahr zwanzig seid ihr beiden verheiratet gemeinsam mit dir, Jan Messner.

00:02:28: Ihr betreibt gemeinsam das Reinhold-Messner

00:02:31: Haus

00:02:32: und habt auch gemeinsam Bücher geschrieben.

00:02:35: Und unter anderem eben ein Buch, dass jetzt im Oktober in den Handel kommt – Das ist das Buch Lebenszeit vom Wert der Vergänglichkeit.

00:02:44: Reinhold ich habe die KI befragt wie hoch denn eigentlich die Chance ist, Bei deinem Lebenswandel,

00:02:53: bei all diesen auch

00:02:55: durchaus sehr gefährlichen Extremtouren so alt werden konntest.

00:02:59: Die KI hat mir gesagt es sind rund circa fünf Prozent dass du heute hier lebst und sitzt.

00:03:07: das ist natürlich eine Zahl.

00:03:09: ob die jetzt stimmt oder nicht weiß man nicht.

00:03:11: aber du sagst doch selbst dass eben dass dir das sehr bewusst ist dass viele deiner Touren sehr sehr gefährlich

00:03:19: waren.

00:03:21: Du sagst doch, dass es ein Wunder ist, dass du noch lebst heute.

00:03:25: Wie lebst du heute mit diesem Bewusstsein vielleicht auch wenn du diese sehr kleine Zahl hörst?

00:03:32: Wie lebt man da anders, wenn man weiß, dass die Chance eigentlich auch sehr hoch ist, das du heute nicht mehr leben würdest?

00:03:41: Also ich selber habe natürlich die fünf Prozent, die ich

00:03:46: als

00:03:46: Lebenschance hatte in diesem speziellen Leben sehr frisch und akzeptiert.

00:03:53: Allerdings habe ich durch die Tatsache, wie ich gelebt habe immer wieder neu angefangen.

00:03:59: Das heißt nachdem mein Abenteuer gut ausgegangen war, habe ich neu angesetzt und hatte wieder hundert Prozent Spielraum.

00:04:07: Und so bin ich bis zum näheren Ende meines Lebens gekommen.

00:04:13: aber in der Tat... Ich hatte ein paar mal Glück Aber dazu zu sagen ist, ich war ein äußerst vorsichtiger Mensch.

00:04:21: War und bin es nach wie vor.

00:04:23: Also ich bin nicht der Hautdegen, der alles riskiert sondern ich bin ein vorsichtlicher Mensch auch in meinem heutigen Dasein das ganz andere Gefahren hat als mein früheres Leben Und die Versuche in diesem Buch wird der Vergänglichkeit.

00:04:43: Ich versuche in diesem Buch der Wert, der Vergänglichkeit.

00:04:45: Der Titel ist mir sehr wichtig dieser Untertitel mit der Tatsache umzugehen dass Menschen draußen outside of our life außerhalb unseres Lebens die an und mein Leben haben die Vorstellung das mir nichts passieren kann Dass ich jetzt die großen Abenteuer hinter mir habe aber alles gemacht habe und damit auch das Alter leicht meistern könnte.

00:05:11: In Wirklichkeit ist das altern als Prozess für mich gleich schwierig, wie für jeden anderen auch.

00:05:18: Und das ist das was uns hauptsächlich in diesem Buch interessiert aber weniger mit einem traurigen Blick auf das Ende sondern eher mit dem Blick die Zeit dazwischen zwischen dem absoluten Gehen, dem Tod und der heutigen Möglichkeit das auszufüllen.

00:05:38: wir sind positiv von dieses Buch herangetreten.

00:05:42: Die Idee ist von Jan, sie kam eines Abends mit diesem Titel, mit dem Untertitel von Werter Vergänglichkeit und allein schon dass sie das als positiven Wert gesehen hat die Vergänglichkeit, hat mich begeistert gerne mitgemacht und wir haben zusammen dieses Buch gemacht.

00:06:03: Jeder hat für sich selber geschrieben, der Lektor hat am Ende das Verzahn zusammengestellt also die einzelnen Kapitel Und ich glaube heute dass es ein Schlüsselbuch ist zu den Fragen die uns alle beschäftigen.

00:06:19: Was kommt am ende?

00:06:22: Ich denke aber auch dass man nicht vergessen darf Zu erwähnen das Reinhold in einer sehr privilegierten Stellung ist zu altern.

00:06:31: Er hat mich an seiner Seite, ich bin bei

00:06:33: ihm, er kann

00:06:35: mit mir reden.

00:06:35: Ich bin seine intimste Person und das haben viele ältere Menschen nicht.

00:06:40: Die haben nicht die Möglichkeit sich jemandem anzuvertrauen, die haben Ängste oder Sorgen sind vielleicht auch in einer Situation wo sie ja sich fügen müssen.

00:06:52: Reinholdt hat noch immer die Freiheit im Alter selbst wählen zu können und vor allem selbst gestalten zu können.

00:07:01: Er setzt sich dieses Gestalten natürlich auch selbst, aber wir dürfen nicht vergessen dass es Menschen gibt die nicht die finanziellen Möglichkeiten mehr haben im Alter, aber vor allem die Gesellschaft und die sozialen Strukturen einfach weggebrochen sind.

00:07:17: Vor allem wenn der Lebenspartner wegbricht.

00:07:23: Wir treffen auch viele ältere Menschen wo die Frau gerade verstorben ist oder oder der Mann, und dann wird es natürlich sehr schwierig.

00:07:32: Reinhold hat mit dem er eine jüngere Partnerin hatte auch die Möglichkeit noch zu reisen, noch zu gestalten was viele ältere Menschen nicht haben.

00:07:48: Das haben wir nicht vergessen, auch nicht in den Buch.

00:07:51: Wir haben einen alten Bauer getroffen, der gesagt hat ich bin von Gott vergessen weil eben seine sozialen Strukturen weggefallen sind.

00:08:01: Und das war sehr bewegen für uns beide, ich kann mich sehr gut an den Tag erinnern und der hatte Tränen in den Augen und hat gesagt eigentlich will er gar nicht mehr und er weiß gar nicht wo er jetzt hin soll.

00:08:10: Er geht jetzt nach Hause alleine.

00:08:12: Er war weit über neunzig, das waren am Ritten im Südtirol.

00:08:17: Das hat was mit uns gemacht beiden.

00:08:22: Unser Leben ist so spannend, so vielfältig dass wir diese Momente mitnehmen und für uns jetzt auch mit dem Buch für andere in einer Erzählform vielleicht ein bisschen einfach nur beim Lesen unterstützen

00:08:38: sein wollen.

00:08:41: Also was wichtig ist in diesem Zusammenhang das wir reale Projekte haben zum Beispiel mit der Horizonte Das ist eine kleine Firma, die wir selber gegründet haben.

00:08:54: Dann gibt es eine kleine Stiftung, die versucht im Nanga-Babatgebiet in diesen Hochdälern wo kein Lehrer hinkommt, normalerweise wo kein Staat hinkommen und keine Schule ist.

00:09:06: Da habe ich vier Schulen gebaut und die hat Jahren mehr oder weniger schon übernommen.

00:09:12: Wir haben das Reinhard Messner Haus, indem eine Diskussion in der Zukunft möglich ist Und da sind wir völlig beschäftigt Und es kommen immer neue Herausforderungen.

00:09:23: Dass wir das gemeinsam in die Zukunft tragen und Verantwortung verschieben, ist ebenso ein Glück wie die Tatsache, dass ich es überlebt habe – die vielen Reisen, die vielen Expeditionen, die Abenteuer, die wirklich dann und wann am Rande des erträglichen

00:09:44: waren.".

00:09:47: Du hast es ja auch schon vorhin kurz angesprochen und auch eben als wir im Vorgespräch kurz telefoniert haben, hast du auch erwähnt das Thema Todvergänglichkeit usw.

00:09:57: ist

00:09:57: präsent in eurer Beziehung nicht nur durch Alter, auch durch Menschenbekannte eben auch das Extrembergsteigen dass er nach wie vor als Thema ja sehr präsente ist in eurem

00:10:09: Leben.

00:10:10: war Dir das bewusst am Beginn eurer Beziehung, dass dieses Thema so präsent sein würde oder warst du auf das nicht vorbereitet zu beginnen?

00:10:22: Das war ich nicht.

00:10:23: Ich war nicht darauf vorbereitet.

00:10:26: mit dem Buch denke ich oft an unseren ersten Abend zurück als wir uns intensiver kennengelernt haben.

00:10:32: Intensiver meine ich natürlich im Gespräch.

00:10:36: mir war es nicht bewusst.

00:10:38: Ich war natürlich auch sehr getragen, fühlsmäßig getragen und von voller Neugierde.

00:10:48: So dass die ersten zwei Jahre doch sehr schnell vergingen ohne das mir bewusst waren in welcher Situation ich mich eigentlich befinde... Ich war begeistert von der Beziehung, ich war begeistert von meinem Partner.

00:11:04: Damals jetzt von meinem Ehemann aber mir war das nicht bewusst.

00:11:07: und die Vergänglichkeit, dass sie auch so schnell kommt... Die Vergänglichkeit von Reinholz Kraft auch also die körperliche Kraft, die Schnelligkeit.

00:11:17: Das ging dann sehr schnell.

00:11:19: Also ich würde sagen so mit Achtzig ging es dann irgendwie viel schneller als ich gedacht habe oder wie auch Reinhold gedacht hat.

00:11:27: Und dann hab' ich gedacht oh okay Jetzt bin ich auch mehr gefordert in dem Sinne, dass ich mich mehr sorge um ihn noch öfters bei ihm bin so wie es eben geht.

00:11:42: Einfach aus Angst das könnte ihm was passieren.

00:11:45: weil man weiß ja im Alter wenn man zum Beispiel stürzt und das geht sehr schnell oder sich verstolpert und sich da etwas bricht dann wird es schwieriger die Heilung wird schwieriger es dauert einfach alles länger.

00:11:59: Das war mir am Anfang nicht bewusst, das ist mir erst jetzt

00:12:03: bewusst geworden.

00:12:04: Darf ich da noch kurz nachfragen?

00:12:05: Reinhold schreibt nämlich auch im Buch einen Satz in neuen Buch.

00:12:11: Er meint dass du es kaum ertragen kannst zu sehen wie es mit ihm werk abgeht.

00:12:16: Ist das so?

00:12:17: Ist es

00:12:18: schwierig

00:12:19: für dich?

00:12:20: Absolut schwierig.

00:12:21: man muss sich vorstellen... Man liebt einen Menschen so sehr.

00:12:28: Also man liebt einen Menschen eigentlich.

00:12:31: oder Reinhold ist der Mensch, den ich am nächsten an mich ran lasse.

00:12:35: Den ich am meisten liebe nicht zu vergleichen mit die Liebe einer Mutter oder einer Tochter sondern Reinhold is tag und nach bei mir meine andere Hälfte Und zu sehen dass er schwächer wird schwächt mich auch.

00:12:53: Es tut irgendwo weh in Vergehen zu sehen zu begleiten in dieses Weitout, das ich auch beschreibe.

00:13:04: Dieses Weit-Out dass wir alle nicht wirklich kennen.

00:13:08: Ich bin natürlich froh an seiner Seite zu sein aber irgendwie tut es mir auch weh für ihn weil ich merke ja auch dass er damit haltet.

00:13:18: Er würde mir gerne mehr helfen mehr unterstützen, mir die Koffer im Flugzeug hochheben und oben in diese Gepäckfächer reintragen.

00:13:26: Das kann er nicht!

00:13:27: Und ich sehe ja dann seinen Blick wenn ich das mache so... Ich würde gerne für meine Frau der körperlich starke Partner sein und so ist ja eben mental mein starker Partner.

00:13:40: Reinhold,

00:13:42: in

00:13:42: deiner aktiven Zeit als Extrembergsteiger Hast du dich ja oft bewusst auch, also auch wenn du sagst so warst immer sehr vorsichtig dennoch zeitweise ich denke mir gerade bei Erstbesteigungen man weiß es ja nicht.

00:13:56: Hast du dir oft bewusst der Todesgefahr ausgesetzt das heißt du warst konfrontiert mit dem Tod und dass alles aber bewusst freiwillig und hättest also sein lassen können.

00:14:07: theoretisch heute Bis du zweiundachtzig, du wirst ältert und näherst dich statistisch gesehen einem nicht freiwilligen Tod dem unausweichlichen Tod.

00:14:20: Worin liegt für dich der Unterschied in der Auseinandersetzung mit dem Tod den du früher kanntest?

00:14:26: Und den du heute vielleicht besser kennenlernst?

00:14:31: Also früher galt es bei einer Expedition da setzt man ja Ideen um Zuerst ist deine Idee da im Kopf wird ein Projekt da aus und dann will man das umsetzen.

00:14:43: Warum man es umsetzt, das hat zu tun mit meiner Biografie weil ich als kleiner Bub schon angefangen habe zu klettern und gelernt habe gerade beim Bergsteigen, beim Klettern, beim Abenteuer gelernt habe Ideen zu entwickeln, Ideen auszuarbeiten um sie dann mit Begeisterung umsetzten zu können.

00:15:05: Ich wusste jedes mal theoretisch könnte ist den Tod bedeuten, dieses Wagenes einzugehen.

00:15:13: Aber umgekehrt bin ich nur los gegangen wenn ich vom Gefühl her sicher war und zwar hundertprozentig sicher war.

00:15:21: das gelingt.

00:15:22: Das gelingt geht gut und ich komme heil wieder zurück.

00:15:26: Wenn nicht auch nur einen kurzen Augenblick hat in einer Tour?

00:15:30: Das ist jetzt lebensgefährlich.

00:15:32: dann galt es natürlich eine kurze Sequenz zu überklettern oder steigen Und ich habe häufig aufgegeben, fast die Hälfte in meiner Turm.

00:15:42: Großen Abenteuer sind nicht gelungen.

00:15:44: Da habe ich nochmals und nochmals versucht, dann sind sie am Ende gelungen.

00:15:48: aber ich habe immer wieder den Verzicht geübt aus Sorge dass sich umkommen könnte.

00:15:54: Jetzt komme ich dem Umkommen nicht mehr aus.

00:15:56: das ist der große Unterschied.

00:15:58: Das Umkommen kommt näher und ist eine Selbstverständlichkeit und ich versuche mit dem Tod gleich zurechtzukommen wie Restleben, das mir noch bleibt.

00:16:09: Dieses großartige Leben mit Tjanen indem ich nicht nur meine Verantwortung die ich übernommen habe weitergebe sondern in dem ich auch weitere Ideen entstehen lasse die wir gemeinsam ausbrüten und gemeinsam umsetzen.

00:16:27: wer hat mit zweiunddachzig Jahren noch die Möglichkeit einfach zu gestalten hinauszugehen in die natur reißend zu machen mitzudenken bei einem Buch und vielleicht weitere Ideen zu erfinden, auf das sie uns ausfüllen und uns auch tragen.

00:16:47: Das Umsetzen von Ideen gibt uns Sinn – dieser Lebenssinn ist mir bisher nicht abhandengekommen – obwohl ich ungeschickter werde, schlürfend gehe, nicht mehr so stark bin im Gedächtnis was bei meiner Arbeit als Vortragsreisender nicht einfach zu bewältigen

00:17:05: ist.".

00:17:06: Aber noch schaffe ich es, dass sich ein paar tausend Daten und Namen im Kopf habe.

00:17:11: Wenn ich auf die Bühne gehe und frei über irgendein Thema spreche...

00:17:15: Das heißt diese Zeit

00:17:17: gut nutzen

00:17:18: und dieses Leben kurz nutzen liegt sehr stark bei dir einfach im Gestalten?

00:17:22: Und in diesen Möglichkeiten,

00:17:23: die du da hast?

00:17:24: Ja das ist die letzte Lebensphase-Nutzen liegt im Machunggestalten und dem Gemeinsammachen gemeinsam gestalten.

00:17:32: Allein könnte ich das nicht weil mir schon viele Fähigkeiten Fehlen.

00:17:37: große Strecken im Auto, fährt alles die an.

00:17:40: Sie fährt überhaupt wenn wir größere Strecken machen.

00:17:44: sie meistert ja Unwegsamkeiten im Flugfeld aus oder Wir haben eine andere prekäre Situation.

00:17:55: das meisterts alle sich.

00:17:57: Ich bleibe bei dem was ich ein Leben lang getan habe.

00:18:02: ich mache und ich erzähle dazu

00:18:05: Die Tatsache, dass du eben mit einer viel jüngeren Frau zusammen bist.

00:18:09: Also deine Ehefrau deutlich jünger ist.

00:18:11: macht das für dich den Gedanken auch... also ich habe jetzt schon verstanden es macht den Alltag deutlich angenehmer aber machtes auch den Gedanken ans Sterben leichter oder schwerer kann man das sagen?

00:18:25: Also der Gedanke an Sterben ist bei mir nicht ununterbrochen vorhanden.

00:18:30: Ich bin normalerweise ohne diese belastende Gedankenkette da.

00:18:37: Aber das Besondere ist schon unsere Seilschaft, wir sind eine Seilshaft.

00:18:43: Jan kam mit einem großen albinistischen Wissen zu mir, hatte viele Touren in der Schweiz gemacht also nicht große Klettertouren aber Bergdouren und so hat sie relativ schnell in meine Welt hineingefunden.

00:18:58: Und wir sind jetzt eine Seilschaft die gemeinsam Verantwortung verschiebt, wobei immer mehr auf ihren Schultern lastet und immer weniger auf meinen.

00:19:10: Das ist offensichtlich, das ist anders nicht möglich.

00:19:14: aber solange ich einigermaßen bei Drohs bin so lange ich unter dem Sauerstoffmangel leide den ich einmal oder dreißigmal in größter Höhe ertragen habe kann ich mithilfe von ihr eben weiterhin gestalten.

00:19:31: Und solange der Mensch gestalten kann, schöpferisch arbeiten kann ist er ein glücklicherer Mensch als wenn er ja irgendwie ans Bett gebunden ist und nicht mehr reagieren kann.

00:19:44: Jan!

00:19:45: Wir sind ja ähnlich alt.

00:19:47: deswegen kann ich das sagen auch du alterst also wir alle altern.

00:19:53: ja.

00:19:54: für dich als frau in deinen vierzigern fällt es dir auch leicht älter zu werden, weil du hast ja auch im Buch, in dem neuen Buch kritisierst du ja auch ein bisschen so diesen Jugendkult und schreibst da auch ein bißchen darüber.

00:20:09: Und mich interessiert jetzt wie ist es für dich?

00:20:12: Tust du dir leicht deine ... Weil eben in den Vierzigern man merkt ihr auch an sich schon Veränderungen am Körper

00:20:19: usw.,

00:20:21: fällt dir das leicht, dass bei dir selbst auch zu akzeptieren?

00:20:25: Ja, sehr leicht.

00:20:26: Aber das liegt aber auch daran... Man muss sich das vorstellen.

00:20:30: mein Alltag ist so gestaltet dass ich tatsächlich mit vielen älteren Menschen zusammen sind.

00:20:37: da fällt meinen Altern gar nicht mehr auf.

00:20:39: Ich fühle mich immer jung in Gesellschaft von Reinholz Freunden wie gestern Abend bei der Premiere vom Herbert Tichel-Film mit Wolf Inayat und seiner Frau, da bin ich halt immer die Jüngste.

00:20:52: Ich bin immer die jüngste im Freundeskreis und deshalb fällt mir das gar nicht auf dass ich älter werde weil ich immer die Jungste bin.

00:21:03: aber ich glaube wenn ich mit einem anderen sozialen Kreis jetzt zusammen wäre oder dass mein Alltag wäre wär es vielleicht schwieriger für mich.

00:21:12: Ich kann das gar dieses Longevity eher in der Form, weil ich bei unseren Jugendprojekten mitbekomme wie belastend das für junge Mädchen und für junge Frauen ist.

00:21:28: Sie möchten... Ich glaube sie wissen manchmal gar nicht was sie möchten und lassen sich beeinflussen von einem Schönheitsideal dass in der form glaube ich

00:21:39: auch nicht mehr gesund

00:21:40: ist vom druck dass man dann getrieben ist jung zu wirken jung zu sein.

00:21:48: Die Jugend ist nicht alles, die Jugend wird vergehen.

00:21:49: Die Jugend isst vergänglich.

00:21:52: Zum Glück!

00:21:53: Deswegen auch Omas Rosh so heißt das Kapitel und ich vermisse es.

00:21:58: Ich vermisse natürlich meine Oma, die vor... ...zw.inzehnt neunzehn gestorben ist, vor ein paar Jahren gestorbt ist.

00:22:04: Ich vermesse das, ich vermisse dieses faltige Gesicht, dieses was wir als Oma noch kennen.

00:22:11: Und ich schreibe ja auch dass ich ein bisschen Angst davor habe, dass Generationen nach mir dieses Oma-Gefühl gar nicht mehr so kennen, weil wir alle vielleicht auch ein anderes Schönheitsideal hier vor allem im Westen verkörpern.

00:22:26: Wir kommen ja gerade aus Pakistan und da gibt es noch die Omas.

00:22:30: Da gibt es Menschen wie wir zwei in den Vierzigern und es gibt ganz normale alternde Menschen.

00:22:38: also das sehen wir ja auch auf den Reisen wie Indien, Pakistan, in Asien generell.

00:22:45: Das hat sich schon sehr verschoben Was es gar nicht müsste, weil ich jedes Alter irgendwo charmant finde.

00:22:53: Aber ich sage ganz klar... Ich bin nicht mehr die neunjährige, ich bin nicht mal die fünfzehnjährige.

00:22:57: Ich bin jetzt nicht mehr eine junge Mama mit fünfundzwanzig als mein Sohn auf die Welt kam und ich bin auch nicht mehr der dreißigjährige!

00:23:03: Ich bin Jan, ich Bin jetzt sechsundvierzig Jahre alt Und das genieße ich und lebe ich.

00:23:08: und das Schöne ist bei Reinhold erst zweiundachtzig und er genießt sein zweiundachtzigjähriges Sein.

00:23:15: Natürlich auch mit den Einschränkungen, aber ich merke auch, dass er es doch sehr genießend verwöhnt zu werden und das Ich-Verantwortung übernehme.

00:23:25: Ja, er wird gerne verwöhnd!

00:23:29: Das kann er auch genießen.

00:23:30: und dieses Annehmen ist ja auch nicht so leicht im Alter annehmen zu können.

00:23:35: Zu sagen okay dann mach du mal Also nicht dieses.

00:23:41: Lass mich, ich kann das schon selbst.

00:23:44: Es ist angenehm für ihn glaube ich oder?

00:23:47: Richtig ja!

00:23:48: Ich bin sehr gut betreut wir können uns ergänzen sind immer zusammen aber vor allem das Gefühl zu haben es kümmert sich jemand um mich ob dass nun eine junge Frau ist.

00:24:05: Gleich alte Frau, das ist natürlich auch ein Unterschied.

00:24:08: Weil eine junge Frau viel mehr machen kann und viel mehr Potenz hat in jeder Hinsicht.

00:24:15: Da ist es ein Glück dass wir zusammengefunden haben und dass wir gemeinsame Aufgaben erfunden haben.

00:24:24: Da möchten wir auch anderen Menschen älteren Menschen diese Hoffnungen mitgeben.

00:24:30: wer etwas tut, wer etwas gestaltet traut auch im Alter neue Probleme anzupacken, Herausforderungen anzapacken.

00:24:41: Der hat mehr Lebensfreude und Mehrlebensinn als ein anderer der nur auf das Ende wartet und vielleicht jammert weil er nicht gut betreut

00:24:52: ist.

00:24:53: Aber diese gute Betreuung ist natürlich nichts Selbstverständliches.

00:24:57: Das ist auch ein sehr schwieriges Thema.

00:25:00: es gibt ja Menschen die einfach die Lebensfreunde verloren haben durch Krankheit, durch den Verlust eines Menschen.

00:25:16: Und dann ist da auch noch der finanzielle Druck.

00:25:18: Kann ich mir die Pflege überhaupt leisten?

00:25:21: Wie werde ich gepflegt von wem?

00:25:24: Es gibt positive und negative Beispiele ... Mir ist das vielleicht noch mal bewusster wie Reinholdt, weil er ja in dieser Situation ist, wo vorher sich keine Gedanken um die Pflege machen muss, weil ihr weiß, ich bin da.

00:25:41: Der anderen Seite bin ich ja da.

00:25:43: Und wer kümmert sich später um mich?

00:25:45: Reinhold wird sich bestimmt nicht in dem Alter um mich kümmern kommen, weil er nicht mehr da ist und das sind natürlich auch Themen, worüber wir auch gestern Abend lange gesprochen haben.

00:25:56: Wer kümmet sich um mich gern?

00:25:59: Natürlich willst du als Mutter jetzt schon will ich nicht als Mutter meinem Sohn zu Last fallen.

00:26:07: Das möchte ich nicht!

00:26:09: Ich bin sehr eng mit Reto, meinem Sohn der ist jetzt zwanzig Jahre alt und die Vorstellung, dass er mal nach mir schauen soll.

00:26:17: Das möchte ich gar nicht!

00:26:19: Ich möchte das ja genauso wie ich.

00:26:20: Ich bin ein freiheitsliebender Mensch.

00:26:23: Ich möchte, dass ihr genau so frei leben kann, wie ich es jetzt kann und auch schon immer getan habe – auch in meiner früheren Beziehung, in meiner Ehe hab' ich sehr freiheitsleben gelebt.

00:26:35: umgesetzt, was ich umsetzen wollte.

00:26:37: Ich habe mir aber auch die Freiheit genommen und hatte einen Partner, der mir die Freiheit gelassen hat.

00:26:41: Das ist ganz wichtig.

00:26:43: Und ich kann mir gar nicht vorstellen meinem Sohn irgendwann zu Last zu fallen.

00:26:47: Das möchte ich nicht!

00:26:49: Deswegen ist es mir auch wichtig lange gesund zu bleiben.

00:26:52: Ich achte auf mich.

00:26:53: Der Selbstwert ist mir sehr, sehr wichtig.

00:26:58: Ich bin mir selbst viel wert.

00:27:00: das heißt ich

00:27:01: achte auf

00:27:02: meine mentale Gesundheit und versuche auch in dieser mentalen Gesundheit, die ja immer mehr angegriffen wird von äußerlichen Faktoren mich zu schützen.

00:27:13: Das kann eine Person sein das kann auch das nahe Umfeld sein das können die Medien sein.

00:27:19: was ich lese was ich konsumiere dürfen wir nicht vergessen.

00:27:22: es ist auch ein ganz ganz wichtiger Punkt.

00:27:26: dann gibt's auch einen Thema was sich im buch anspreche der fremde berg.

00:27:32: Da wird leider viel zu selten darüber gesprochen.

00:27:35: Der Fremdeberg bedeutet, dass jeder seinen eigenen Berg besteigen sollte und sich nicht so sehr um das Schicksal anderer kümmern sollte weil wir haben den Drang auch manchmal Weil wir es gut meinen uns einzumischen in das Leben andere.

00:27:52: Aber das ist für uns meistens nicht gut und für den

00:27:54: anderen auch nicht.

00:27:57: Reinhold wie ist das?

00:27:59: Für dich, wenn eben Diana hat jetzt angesprochen das Thema wie ist es denn?

00:28:03: Wenn ich mal alt bin und voraussichtlich wird's so sein dass du dann nicht mehr bist.

00:28:09: Wenn sie mal alt ist Ist das für dich schwierig oder ist das für Dich ein Thema diese Vorstellung da nicht da sein zu können?

00:28:19: Natürlich ist das ein Thema aber das ist nicht auflösbar.

00:28:23: Das ist einer der Punkte die in unserer Beziehung Die einen mit ihrem Alter, ich mit meinem Alter eine ganz wesentliche Rolle spielt.

00:28:34: Wir können vorsorgen aber nur bis zum bestimmten Punkt vor allem die emotionale Situation in der ich sie hinterlasse wenn ich gehe.

00:28:45: Die kann nicht mehr beeinflussen.

00:28:49: Sie kann allerdings durch die vielen Verantwortungen die sie hat wieder Inhalt finden und Sinn finden.

00:28:58: Aber sie wird sich sicherlich teilweise ein anderes Leben aufbauten, noch aufbauen nach meinem Mich verabschieden von dieser Welt.

00:29:09: Um ihr erleben zu führen und nicht mehr das Leben der Anreinholz sondern das Leben die An in welcher Konstellation auch immer?

00:29:20: Die Ann ich habe auch ganz am Schluss im Kapitel die letzte Expedition schreibst du auch Es ist eigentlich ein Bekenntnis, dass du Reinhold immer begleiten wirst bis zum Schluss.

00:29:37: Und meine Frage ist, woher nimmst du diese Kraft oder auch diese Sicherheit zu wissen das tun zu können?

00:29:44: Weil man weiß ... Ich mein, das kann ein schöner Weg sein.

00:29:48: Das kann aber auch ein nicht schöner weg sein!

00:29:52: Das ist mir sehr wohl bewusst.

00:29:53: Es kann sein, dass ich ihn pflegen muss und ganz viele Aufgaben ... übernehmen muss, wo ich an meine Grenzen stoße.

00:30:02: Weil ich das auch gesehen habe.

00:30:05: Ich kenne ja oder jeder

00:30:06: kennt viel ...

00:30:08: Ich weiß nicht, jeder.

00:30:09: Das sagt man so.

00:30:11: im Umfeld kriegt man mit wenn Familienangehörigen jemanden pflegen oder jemand schwer krank wird.

00:30:20: Mir ist bewusst was auf mich zukommen kann und ich werde bei ihm bleiben dass das weiß sich egal was passiert Egal wie krank er werden würde, ob ich ihm pflegen müsste.

00:30:34: Wer dich das wollen?

00:30:36: Ich werde es wollen!

00:30:39: Das ist der Unterschied.

00:30:40: Ich will es nicht.

00:30:42: Ich muss es, sondern ich will es weil er mir ja auch viel gibt und ich möchte was zurückgeben.

00:30:52: Es ist glaube ich für ihn leichter zu gehen, das weiß ich.

00:30:58: Es ist für ihn nicht leicht, mich zurückzulassen.

00:31:00: Aber weil er mich gut kennt weiß ja dass ich das glaube ich gut machen werde.

00:31:07: Darüber sprechen wir auch.

00:31:09: aber einem menschen Das gefühl Nicht nur das Gefühl die Sicherheit zu schenken Die sicherheit zu schicken.

00:31:18: Ich bleibe bei dir.

00:31:21: Das ist das größte geschenk was ich reinholt machen kann.

00:31:25: Das ist schön mit euch.

00:31:26: Ich höre hier sehr viele Liebesgeständnisse, das ist schön.

00:31:30: Ja, das vermisse ich ein wenig.

00:31:33: Ich vermisse momentan in dieser hektischen Welt diese Loyalität auch, wo ich auch im Buch erwähne zu sagen, ich stehe jetzt mal für dich ein Auch wenn ich jetzt hier ins Kreuzfeuer gerate... ...das ist die Loyalité, die ich dir gegenüber

00:31:50: habe.

00:31:51: Ja, das erzählst du auch in diesem Kapitel wo du da aufgestanden

00:31:54: bist.

00:31:56: Die Partisanen braut?

00:31:57: Das war nicht leicht!

00:32:00: Aber ich hätte es mir ein Leben lang vorgeworfen wenn ich nicht aufgestattet wäre und ich liebe Reinholt so wie ich geliebt werden möchte.

00:32:12: Ich glaube dass ist auch ein wichtiger Punkt und ich verhalte mich so wie wie ich es mir von ihm wünsche die Loyalität, die Liebe, das Vertrauen.

00:32:22: Und ich weiß ja, dass Reinhold jemand ist der eine große Verlustangst hatte.

00:32:30: Die braucht er jetzt nicht mehr haben.

00:32:31: Ich meine, er hat Günther damals am Langer Pappert verloren und dann die Trennung von seiner ersten Frau, dann die zweite.

00:32:40: Und ich weiss ja wie sehr es ihn belastet hat vor allem wenn man die Geschichte mit Günther so im Detail kennt, wie ich sie kenne als Außenstehende natürlich betrachtet.

00:32:54: Ich möchte nicht, dass er das noch mal durchlebt.

00:32:58: Das muss er nicht mehr und diese Sicherheit möchte ich ihm schenken.

00:33:03: Das ist mein Geschenk für

00:33:04: ihn.".

00:33:05: Und diese Sicherheit ist das wertvollste was ich von Jahren kriege und das lässt mich das Leben viel leichter zu meistern, als wenn ich sie nicht hätte.

00:33:16: Und diese Das hat sie nicht nur geschrieben und erklärt und erzählt, sondern diese Sicherheit strahlt sich aus.

00:33:27: Und damit lebt es sich für mich leicht und schön auch mit eighty-two

00:33:33: Jahren.

00:33:33: War die von Anfang an diese Sicherheit da?

00:33:37: War die schneller?

00:33:39: Nein, nein das war ein Prozess.

00:33:46: Man muss Reinholt kennenlernen verstehen lernen.

00:33:52: Das habe ich im Kapitel Mensch Messner geschrieben.

00:33:55: Ich bin auch dieser Illusion aufgesessen oder eher diesem Gedanken Reinhold Messner, der große Bergsteiger.

00:34:07: Reinhold messener, der Ego-Mahne, Reinhold messinger, der Mythos, die Legende und dieser Brief damals in Kathmandu nach dem großen Streit den wir hatten unter der Tür hindurchgeschoben hat – auch ich bin ein Mensch!

00:34:23: Hat das alles verändert?

00:34:25: Das war ein Schlüsselmoment in meinem Leben.

00:34:29: Nicht nur im Hinblick auf Reinhold, auf meinen Sohn und meine Familie.

00:34:35: Auf jeden Menschen der je vor mir sitzt denke ich erst mal, dass ist auch ein Mensch.

00:34:42: Also Reinhold hat mir diesen Moment geschenkt und ich schenke ihm jetzt was zurück.

00:34:47: Natürlich muss man dieses Geschenk annehmen können!

00:34:49: Ich hätte auch sagen können... Was schreibt er mir da und es wegwerfen können?

00:34:54: Aber zum Glück hat das Klick gemacht.

00:34:56: Zum Glück hat sich was in meinem Bewusstsein verändert.

00:34:58: noch mal, dass jemand wie Reinhold Messner mir schreibt hey auch ich bin ein.

00:35:04: Hat mein Leben verändert oder nicht nur mein Leben sondern die Sicht

00:35:12: auf meinen Umfeld

00:35:14: meine Menschen.

00:35:16: Reinhold man kann wahrscheinlich sagen du kennst den Tod ein Stück weit.

00:35:23: Du bist ihm öfters begegnet.

00:35:25: Du warst auch selbst knapp dran, selbst zu sterben.

00:35:28: Du hast mitbekommen wie Kameraden oder auch als dein Bruder verstorben ist, wart ihr ja davor noch zusammen wo es ihm schon sehr schlecht ging?

00:35:40: Du schreibst auch im Buch einmal damals am Nanga-Papad du, du warst dem Tod vermutlich so nahe wie nie zuvor Wie nah glaubst du warste dem Tod wirklich.

00:35:54: also glaubst Ein weiter Weg gewesen, glaubst du wäre es ein sehr kurzer Weg gewesen.

00:36:00: Beziehungsweise frage ich mich aus diesen Erfahrungen die Du gemacht hast eben auch diese Nahtoderlebnisse und so weiter Was weißt

00:36:08: Du über

00:36:09: den Tod was zum Beispiel ich oder viele andere Menschen nicht

00:36:14: wissen?

00:36:16: Die Nahtodorlebnisse die ich hatte sind eine Stütze um bis in die Ewigkeit zu schauen Aber sie sind nicht das Schlüssel, um das Ganze zu verstehen.

00:36:29: Also dass in die Ewigkeit schauen meine ich wirklich, dass mich verlieren im Raum und Zeit.

00:36:36: Das ist ja das was wir mit dem Tod erleben.

00:36:39: Es ist auch nicht so, dass diese Nahtoderlebnisse mich für alle Zeiten befreit haben von der Angst zu sterben.

00:36:47: Das kommt viel mehr bewusst.

00:36:49: Ich versuche Mit dem Tod zurechtzukommen damit einverstanden zu sein.

00:36:55: Es nutzt auch nichts, nicht einverstanden zu sein.

00:36:58: Ich bin mit dem Tod einverstand.

00:37:00: Und ich war gerade in Nanga-Pabad und das nicht ausschließlich mit dem Tot Einverstanden einige Male außerhalb dieser Nahtoderlebnisse.

00:37:10: Nahtorderlebnis hatte ich im Wirklichkeit nur eines wo ich wirklich aus meinem Körper Aufstieg und auf mich hinunter schaute.

00:37:20: Das war damals am...

00:37:22: Das war an Nanga Pabad knapp unter dem Gipfel nach einer vierteligen Nacht, wo wir nicht wussten was tun.

00:37:29: Es war uns klar, wir sind des Todes aber wie versuchen wir da noch eine Ausspruch zu finden?

00:37:36: Aber später in dieser Tour im Rahmen mich nach Hause rettens bin ich das öfteren ohnmächtig geworden und war damit einverstanden dass ich sterbe.

00:37:52: Das Sterben wäre das leichteste gewesen weiterzumachen, so wenig solange ein Funkenhoffnung da war.

00:38:01: Ein Funkenenergie da war auch um die Nachricht nach Hause zu bringen, zur Familie zu bringen.

00:38:07: Sonst wären wir beide verschwunden.

00:38:09: man wüsste heute noch nicht was mit uns passiert wäre.

00:38:12: So habe ich damals nicht gedacht.

00:38:13: es waren nur eine bochende Pflicht.

00:38:18: du musst es schaffen nachhause zu kommen und das ist ja auch gelungen und diese Erfahrung ist geblieben.

00:38:27: Aber ich habe nicht viel mehr Todesnäherled wie andere Menschen auch.

00:38:34: Das ist jetzt eine Nahtoderfahrung, die die stärkste Erfahrung meines Lebens ist und bleibt.

00:38:40: Und ich wünsche jedem Menschen, dass er das einmal hat.

00:38:44: aber die meisten Menschen sollen das ja nicht haben weil sie nicht zurückkehmen in das Leben.

00:38:50: Also wenn man es gehabt hat ist das gut, aber man wünscht sich die Erfahrungen zurück aber nicht alles andere, was dazugehört.

00:39:02: Wenn du sagst, wir wussten, wir sind des Todes... ...waren das dann die Gedanken jetzt?

00:39:08: Welche Gedanken hat man denn?

00:39:09: oder waren das diese Gedanken, die du jetzt erwähnt hast dieses Ich muss nach Hause und ich muss diese Nachricht überbringen?

00:39:15: Oder welche Gedanken hat es in so einer Situation?

00:39:19: Also in der ersten Zeit knapp nach dem BIVAC ein BIVAK heißt ein Freilager ohne jeden Schutz vielleicht auch mehr.

00:39:29: Wir waren völlig unterkühlt, wir waren ausgedörrt weil man da oben sehr schnell atmet um genügend Sauerstoff zu kriegen und damit verliert der Körper sehr viel Flüssigkeit.

00:39:39: und das ist das gefährliche Reihen vom Körper her von den körperlichen Fähigkeiten und wir wussten einfach nicht wie kommen wir in Stahl zurück?

00:39:54: Die Aufstiegsroute, über die wir hochgeklettert sind, waren nicht möglich.

00:39:58: von der Position in der wir waren.

00:40:00: In die wir uns selbst katapultiert hatten mit einer Entscheidung am Gipfel an eine Rinne in eine Scharte abzusteigen, von der wir glaubten Hilfe erbitten zu können was nicht gelang.

00:40:14: Und unter uns war eine viertausend Meter hohe Steilwand.

00:40:17: das ist ein einziger Abgrund wo man da klettern kann links oder rechts.

00:40:22: Das kann man von oben nicht sehen, weil von oben kann ich nicht einen Überblick gewinnen.

00:40:27: Von unten aus einer bestimmten Entfernung kann ich jede Wand abschätzen und sagen da kann ich so und so steigen dann ist es relativ sicher unter auch kletterbar aber von oben kommen gibt es keine Orientierung.

00:40:40: Und ich hatte dann Halluzinationen.

00:40:42: das heißt in schlimmsten Momenten kam mir ein Trittermann zu Hilfe der voraus ging Und dem ich nachstieg.

00:40:51: Ich war ganz überzeugt, wir sind jetzt zu dritt und der zeigt mir die richtige Route.

00:40:56: aber das waren nur eine Einbildung.

00:40:58: Es war eine Halluzination Aber es war eine große Hilfe.

00:41:01: Das kam des Öfteren.

00:41:03: Später kamen dann Als ich so erschöpft war dass ich noch gehen konnte, kam er mir Pferde entgegen.

00:41:10: Dann kam mich näher an diese Pferden und dann waren das keine Pferdes und Sträucher.

00:41:15: Aber am Anfang

00:41:18: dachtest du das ist echt?

00:41:19: und es kamen wieder einzelne Menschen mir entgegen.

00:41:25: Und ich habe mir gesagt, lass dich nicht beirren!

00:41:28: Das sind nur Hallucinatione, das ist nur ein vorgegaukeltes Leben dass dir da entgegend kommt.

00:41:35: In Wirklichkeit war es eben glaubwürdig.

00:41:39: Ich habe lange Zeit gesagt ja, da kommt mir jemand entgegnet.

00:41:43: Dann ist diese Person verschwunden sich in einen Stein aufgelöst ging ich weiter und dann kam wieder jemand.

00:41:53: Und so bin ich vom Berg herunter gelockt

00:41:56: worden.".

00:41:59: Ich habe jetzt noch vier Fragen, die würde ich euch beiden gleich stellen also die gleiche Frage jeweils dir an.

00:42:12: Gibt es etwas was du gerne noch leben würdest oder umsetzen würdest?

00:42:18: Und wo du sagst da hat ihr vielleicht bisher der Mut gefehlt oder auch etwas, was du jemanden noch gerne sagen würdest?

00:42:25: Was du bisher noch nicht

00:42:27: gemacht hast.

00:42:28: Nein!

00:42:30: Da gibt es nichts.

00:42:33: Mut fehlt mir nicht.

00:42:34: Das ist eine klare Antwort.

00:42:37: Mut fehlte mich nie – auch heute nicht.

00:42:40: und was ich regeln möchte das schreibe ich bei Varanasi.

00:42:44: Ich habe alles so gesagt, gemacht, getan dass das nichts offen ist Und alles, was auf mich zukommt werde ich genauso handhaben wie bisher.

00:42:56: Weil ich sehr gut damit zurechtkomme.

00:42:59: also nein Reinhold

00:43:03: gibt es bei dir in deinem Leben noch etwas wo du sagst das würdest du noch gerne umsetzen oder jemand etwas sagen und wo du oder das würdest du gerne noch leben und wo Du sagst bisher hat mir dazu vielleicht der Mut gefehlt.

00:43:18: Also umsetzen werde ich noch.

00:43:20: Dafür habe ich die beste Partnerin.

00:43:22: Wir werden gemeinsam Herausforderungen finden und umsetzen, auch wenn sie dann bescheidener und bescheidener wären.

00:43:32: Und ich habe ja die bestmögliche Partnerin, um ihr alles zu erzählen mitzunehmen in meine alte Welt, die Sie zum Teil kennengelernt hat weil wir eben gemeinsam dorthin gehen wo ich diese starken Erlebnisse hatten

00:43:52: wenn es eine einzige Sache gäbe, die du tun könntest oder verändern könntest damit dein Leben für dich vollkommen wird.

00:44:04: Gibt's

00:44:04: diese

00:44:05: eine Sache?

00:44:05: Oder was wäre

00:44:06: das?

00:44:07: Ich hoffe dass mein Leben nie vollkommen würde.

00:44:10: ich möchte das gar nicht!

00:44:15: eine Lernende bleiben.

00:44:17: Ich liebe es zu lernen, ich liebe es

00:44:19: Sachen

00:44:20: mitzunehmen und mich zu entfalten.

00:44:23: Mich nicht zu entwickeln und ich bin auch keine Suchende.

00:44:26: Bin ich nicht?

00:44:29: Aber ich darf eine Lernde sein und das liebe ich!

00:44:31: Ich finde das so spannend und deswegen hoffe ich dass mein Leben nie vollkommen sein wird sondern dass sich immer noch was drauf packen kann quasi so... Dass meinen Berg den ich besteigen möchte, also ich komme ja dann am Gipfel an wenn ich sterbe für mich sinnbildlich und ich hoffe dass mein Berg noch viel wächst und immer größer wird.

00:44:56: Reinhold, wenn es eine einzige Sache gäbe die du verändern könntest damit dein Leben vollkommen oder vollkommen näher wird was wäre das?

00:45:06: Also ich habe ein großartiges Leben führen dürfen habe viel gewagt.

00:45:13: Meine Zukunftshoffnung ist, dass Dian mir hilft nicht stehen zu bleiben.

00:45:20: Sondern zu diesem aufregenden Leben noch ein paar Halbsätze dazu machen.

00:45:48: Wenn ich an mich denke, dass es passt.

00:45:52: Ob es für andere passt?

00:45:54: Nein!

00:45:56: Vielleicht ein deutliches Nein.

00:45:58: Mir ist nicht wichtig ... Ich möchte im Hier und Jetzt mich an die Sachen erinnern, die ich erlebe.

00:46:08: Aber ich kann quasi gar nicht... Ich kann das momentan gar nicht nachempfinden, ob ich das möchte.

00:46:15: Dass sich Leute an mich erinnern.

00:46:17: Mein Sohn natürlich und die Familie möchte ich natürlich, dass mein Sohn seinen Kindern und deren Kindern eben erzählen.

00:46:28: Du, die Oma ... Das war eine.

00:46:31: Die war in Pakistan.

00:46:32: Und das wär ne Abenteurerin!

00:46:34: Das finde ich sehr schön und schmeichelnd vom Gedanken.

00:46:39: Heinhold?

00:46:40: Und bei dir, woran sollen sich die Menschen erinnern wenn du mal nicht mehr bist?

00:46:45: Also die Menschen haben sich nach meinem Tod leicht zu erinneren.

00:46:53: Weil ich so viel hinterlassen habe in Erzählungen und Büchern und Filmen.

00:46:57: Aber das ist nicht wesentlich.

00:46:59: Wichtig ist dass Djan nach meinem Ableben sich erinnert Dass wir gemeinsam versucht haben zu meistern.

00:47:14: Das gehen, das fortgehen und das Ende zu meistern.

00:47:19: Und das ist uns bisher gut gelungenen, dass wir da weiterhin wenn schwierig gelingen.

00:47:27: Jan

00:47:28: hast du einen Wunsch an den Tod?

00:47:32: Ich gebe die Frage mal weiter an Reinhold.

00:47:34: ich überlege noch.

00:47:37: Nein für mich ist klar ideal ist einschlafen und nicht mehr aufwachen Aber das wünschen sich wahrscheinlich der allermeisten Menschen.

00:47:47: Und wir haben das nicht im Griff und das ist gut

00:47:49: so.".

00:47:51: Ich mache einen Unterschied zwischen sterben und tot, tot ist man ja?

00:47:55: Und ich glaube ein Wunsch an's Sterben vielleicht eher – so würde ich das ausdrücken -, dass ich auch für andere kein Leidwesen sein werde.

00:48:12: Angehörigen oder die, die mir nahestehen.

00:48:14: Mich nicht leiden sehen müssen und ich nicht

00:48:16: leide.".

00:48:16: Das ist ein Wunsch an's Sterben aber an den Tod einen Wunsch zu haben... der Tod ist

00:48:21: ja tot!

00:48:22: Das richtig.

00:48:24: Würde noch kurz dich Jan bitten einen kleinen Absatz aus dem Buch zu lesen?

00:48:33: Es sind Text von Reinhold.

00:48:35: mich verfolgen aber auch andere Bilder zu meinem Abschied.

00:48:40: Ich möchte gehend verschwinden am letzten Horizont Im letzten

00:48:44: Licht,

00:48:45: ohne mich noch einmal umzudrehen.

00:48:48: Immer weitergehen!

00:48:50: Ohne ein letztes Mal zurückzuschauen.

00:48:53: Das winzige Punkt im Nichts zu verschwinden ist mein Wunsch... ...mich aufzulösen in der Unendlichkeit, in absoluter Stille, in der Zeitlosigkeit.

00:49:04: Him all!

00:49:09: Vielen Dank!

00:49:11: Danke, Jan Messner!

00:49:13: Gimdangs war sehr ein sehr schönes

00:49:15: Gespräch.

00:49:16: Vielen Dank,

00:49:17: Reinhold Messner.

00:49:18: Danke für eure Offenheit!

00:49:19: Danke für euer Buch!

00:49:21: Danke den

00:49:22: Titel!

00:49:29: Und wenn dir dieses Gespräch gefallen hat dann abonniere gerne meinen Kanal und hör dir auch die anderen Episoden an zum Beispiel Episode zwölf mit Erika Plouha oder Episode vier mit Faltercheff-Redakteur Florian Klenk.

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