#6 Johannes Narbeshuber

Shownotes

Johannes Narbeshuber erzählt, wie er durch Meditation das Loslassen gelernt und sich mit seiner Angst vor Tod und Sterben versöhnt hat. Er ist überzeugt davon, dass man das Loslassen - und damit in weiterer Folge wohl auch das Sterben - tatsächlich üben kann. Wichtig dabei sind außerdem Menschen, die es gut mit einem meinen, die man liebt, und Johannes spricht über das Privileg, was es heißt, wenn man diese Menschen um sich hat. Er erzählt außerdem sehr berührend über die tiefe Beziehung mit seinem 95-jährigen Vater und auch wie dieser mit dem Thema Endlichkeit im Alltag umgeht bzw. sie offen darüber reden. Johannes spricht auch über einen Wunsch für unsere Gesellschaft: Er meint, dass wir uns vor lauter Angst, irgendwann zu sterben auch nicht trauen, davor vorbehaltlos und aus ganzem Herzen zu leben. Eine Gesellschaft, die mit ihren Ängsten bewusster und freier umgehen kann, hat demnach auch mehr Kapazitäten für Empathie, Zuwendung und mutiges gemeinsames Gestalten. Johannes Narbeshuber ist Trigon Coach, leitet dort den Lehrgang Coaching und Organisationsberater. Gemeinsam mit seiner Frau Esther hat er mehrere Bücher geschrieben wie z.B. Mindful Leader.

https://www.trigon.at/berater/johannes-narbeshuber/

Transkript anzeigen

00:00:06: Herzlich willkommen zum Podcast Memento Moare, Gespräche über den

00:00:11: Tod

00:00:11: und das Leben davor.

00:00:13: Ich bin Caroline Kirschbaumer und ich spreche mit unterschiedlichen Menschen über den Tot, über das Sterben, über Vergänglichkeit – und damit natürlich auch übers

00:00:24: Leben!

00:00:36: um

00:00:38: dort hinschauen zu müssen und es das so lange wie möglich vom Leib zu halten, dass wir sowohl bei unserem Sterben als auch bei unserem Leben viel versäumen.

00:00:53: Weil ich glaube, dass all die Schlamassel, die mir jetzt um uns herumsehen letztendlich genau damit zu tun haben, dass man uns so fürchten von dem Leben und vom Sterben.

00:01:08: wenn so alles zumindest vorläufig einmal zu Ende geht was bisher Sicherheit gegeben hat was für eine Intensität wird

00:01:16: da möglich.

00:01:22: Vielen Dank, lieber Johannes Nabes-Huber!

00:01:24: Ich freue mich sehr, dass du dieses Gespräch heute mit mir führst und dir Zeit nimmst dafür.

00:01:29: Und wir in diesem schönen Garten heute sitzen.

00:01:33: Freu mich so dich wiederzusehen, Caroline.

00:01:36: Danke.

00:01:36: Ich freu mich auf den Austausch mit dir.

00:01:38: Vielen dank.

00:01:40: Ich stelle euch kurz vor... Du hast Psychoneurophysiologie studiert?

00:01:47: deine Frau Esther beim MBE kennengelernt und ihr seid seit mittlerweile zwanzig Jahren glücklich verheiratet.

00:01:56: Ihr habt nicht nur zwei Kinder bekommen, sondern auch darüber hinaus sehr viel miteinander in die Welt gebracht!

00:02:05: Ihr habt euch mit Fragen auseinander gesetzt wie etwa die persönliche Weiterentwicklung und die Auseinandersetzung mit den großen Fragen unseres Lebens und ein erfolgreiches Miteinander Wirtschaften sich gut und sinnvoll miteinander verbinden lassen.

00:02:25: Ihr habt zu diesem Thema Bücher geschrieben, beispielsweise sehr bekannt ist das Buch Mein voll Lieder, das ist mittlerweile in der sechsten Auflage Und du bist darüber hinaus auch Vorstand bei Trigon.

00:02:39: Du bist Coach Unternehmensberater und leitest den Trigon Diplom-Lehrgang Coaching Und ich glaube, das sind jetzt einmal so einige wichtige Parameter aus deinem aktuellen Leben.

00:02:53: Habe ich was vergessen oder?

00:02:56: Mehr als genug!

00:02:57: Sehr gut.

00:03:00: Gut

00:03:01: lieber Johannes.

00:03:03: So ein Gespräch, wo es ums Thema Tod geht, umes Thema Endlichkeit Vergänglichkeit ist das für dich etwas, was für dich ein angenehmes Gespräch ist.

00:03:12: also führst du so einen Gespräch gerne.

00:03:15: Oder ist das auch mit schwierigen Gefühlen für dich verbunden?

00:03:18: Wie, wie ist das?

00:03:20: Ich habe es dir vorhin schon erzählt bei unserem ersten Hallo.

00:03:28: Neben der Wiedersehensfreude mit dir was für mich tatsächlich auch das Thema dass mich gleich Ja sagen hat lassen lasst uns dieses Gespräch heute führen weil sie in meiner eigenen Auseinandersetzung damit in den letzten Jahren gemerkt haben Wesentlich, das war so tatsächlich genau dadurch auch in ein ganz neues Lebensgefühl zu finden.

00:03:54: Und wie sehr es genießt mit Menschen im Austausch zu sein wo Tod Platz haben darf in dem worüber wir sprechen.

00:04:07: Weil dadurch nach meiner Erfahrung oftso viel freier und wesentlicher wird dass er uns tatsächlich als Gesellschaft wünschen würde wenn es mehr sein dürfte.

00:04:23: Ich glaube, das ist eines der großen Tabus vor denen wir so weglaufen und wo wir so ganze Industrien da rumherum aufgebaut haben um nicht hinschauen zu müssen uns das so lange wie möglich vom Leib zu halten dass man sowohl bei unserem sterben als auch bei unserem leben viel versäumen.

00:04:49: vielleicht mehrere fragen die mir einfallen, was versäumen wir da oder was würden wir da versäumen.

00:04:55: Du hast auch gesagt es lässt uns freier sein.

00:04:58: wenn ich dich richtig verstanden habe inwiefern lässt's uns freir sein?

00:05:03: und

00:05:04: du hast auch gesagt das geht wahrscheinlich eh alles in eine ähnliche Richtung dass du durch dieses thema ein neues lebensgefühl findest oder gefunden hast.

00:05:16: Das sind ja alle positive Beschreibungen.

00:05:20: Was ist es denn, was dich da so positiv werden lässt zu diesem Thema?

00:05:25: Also das ist jetzt ganz unmittelbar.

00:05:29: So der Austausch mit meinem Vater, der ist fünfundneunzig gesund zu meiner großen Freude und doch jetzt rein statistisch deutlich näher dran an dem Thema als ich selber bin meditiert.

00:05:48: seit über fünfzehn Jahren geht vier, fünf Mal die Woche ins Fitnessstudio und ist durch das wie er auch sein Leben gelebt hat.

00:05:59: Und sich glaubt gerade auch mit diesen Fragen auseinandergesetzt hat so ein schöner strahlender cooler alter Mann geworden mit dem einfach gern Zeit verbringen und mich auch zu den Themen austauschen.

00:06:18: also wir haben vor einigen Jahren schon das erste mal zusammen gesetzt zur Frage, was er sich für seine eigene Beerdigung einmal wünscht.

00:06:27: Was ihm dabei wichtig ist, so wer dabei ist, was gesagt wird, welche Musik spielt.

00:06:34: Ich hab gemerkt wie sehr uns das beide berührt hat und also deine Frage war ja auch sowas... Hat es mit dieser Befreiung zu tun die ich erlebt habe?

00:06:52: Zum einen aber generell sich austauschen können dazu statt herumdrucksen müssen zum zweiten auch zu erleben, wie er davon spricht.

00:07:08: Doch so erzählt das so ganz vieles konzeptionelle Vorstellungen, Bilder.

00:07:17: So zu leben nach dem Tod wo wir alle unsere Konzepte mit uns herum tragen ohne dass man es wissen kann ja?

00:07:27: Wie all dies immer mehr in den Hintergrund wandert jetzt auch in der letzten Zeit für ihn und Er so jeden Tag in der Früh, in der Meditation.

00:07:39: So wie vom inneren Scheideweg steht.

00:07:42: Sowohl so eine Stimme sagt ah jetzt bist du eh schon zu alt lasst dich gehen lass es gut sein.

00:07:49: und auf der anderen Seite bei dieser Weggabelung finde ich einfaches Ich entscheid mich heute für diesen einen Tag wieder ganz neu dass sich das Leben mit beiden Händen nehmen mit allem was dazu gehört Und selbst wenn ich jetzt auf meine alten Tage schon viele Freunde verloren habe, einfach weil die ja weggestorben sind und meinen Beruf kaum oder nicht mehr ausübt.

00:08:27: Und mir manchmal eine Frage wofür bin ich jetzt so noch brauchbar und gut?

00:08:33: Ist vielleicht genau dieses jeden Tag Neue zum Leben Ja sagen, so mein Beitrag zu einfach dieses Wunder Leben feiern?

00:08:43: Und ich freue mich so, wenn ich das höre von ihm und merke wie allein dass ich das hör Für mich einen riesen Unterschied mache und die allein da schon danke sagen kann jeden tag Dass er noch da ist Ja für mir wirklich was großes und wichtiges geworden ist in der letzten zeit

00:09:08: Jeden tag neu zum leben ja sagen.

00:09:10: Ja genau mit allem was dazu gehört an unangenehmen leidvollen Genauso wie einfach ein Alten, worüber wir uns freuen können.

00:09:23: Dankbar sein fürs Gesamtpaket!

00:09:28: Jetzt bin ich insofern mit meinem Vater eingestiegen weil der jetzt durch seine Lebensalte und die Auseinandersetzung so ganz nah dran ist an diesem Thema.

00:09:41: aber für mich persönlich war es so ein wesentlicher Wendepunkt damals der erste Lockdown und Corona und irgendwas in mir das So gesagt hat Johannes, du hast in deinem Leben schon genug gefürchtet.

00:09:59: Genießt die Zeit, die jetzt da ist!

00:10:01: Wir waren beide selbstständig und haben plötzlich ein Meer an Zeit gehabt weil alle Aufträge abgesagt wurden so in diesem ersten Dureinander wo er keiner gewusst hat wie es geht weiter Die Buben haben nicht in Schule gemusst wir waren drei Wochen lang jeden Tag miteinander auf dem Berg und danach im eiskalten See.

00:10:23: Es war eine der schönsten Zeiten meines Lebens.

00:10:26: und dieses Merken, wenn so alles zumindest vorläufig einmal zu Ende geht was bisher Sicherheit gegeben hat.

00:10:35: Was für eine Intensität wird da möglich?

00:10:39: Und so dieses Glück von ich muss überhaupt nichts machen oder muss man auch nix sorgen machen weil es eh nix bringt, hat mich seit hier nicht mehr so ganz verlassen, kommt mir vor!

00:10:55: Du hast jetzt eingeleitet mit... damals entschieden, du hast dich in deinem Leben schon so viel gefürchtet und hast jetzt eben diese Situation beschrieben.

00:11:08: Und das beziehst du quasi auch auf den Tod oder auch auf eine Angst vor dem Tod?

00:11:14: Oder wie ist da jetzt der Zusammenhang zwischen dem was du jetzt erzählt hast und dem Sterben oder dem Tod?

00:11:23: Das war und ist mir ganz ehrlich noch gar nicht einmal so bis ins Letzte deutlich.

00:11:29: Und doch hat's was zu tun mit diesem überraschenden Erleben, dass irgendetwas in mir damals hingefunden hat.

00:11:40: so du kannst es nicht kontrollieren Johannes.

00:11:45: Es schaut grad so aus als wäre dein ganzes bisheriges berufliches Leben völlig am Ende.

00:11:51: Es wird rundherum alles zusammenbrechen und gleichzeitig ist schönes Wetter deine Familie ist Zuhause und ihr könnt einfach aus dieser Zeit eines der besten Eures Lebens machen.

00:12:06: Das heißt, ja so Paradox es klingt passt für mich ein Stück weit vielleicht zu diesem schönen Spruch den ich neulich wieder mal gehört habe jeder Mensch hat zwei Leben.

00:12:20: das zweite beginnt wenn wir merken dass wir nur eines haben und das war für mich so ein Stück weiter.

00:12:28: dieser Moment damals das leben wie jetzt stattfindet Eindringlichkeit.

00:12:42: So ein Wunder und eine Fülle aufgehen kann, dass ich mir unter anderem jetzt in den letzten Jahren keine Sorgen mehr mache.

00:12:51: aber zurückzuschauen auf mein Leben so voller Reue mit Bedauern über so viel ungelebtes Halbes weil was ist so gut von mir selber kennen wir wahrscheinlich auch überall sehen wenn wir uns herum schauen ihr schon zu tun hat mit dieser Vorstellung.

00:13:13: Jetzt muss ich das und das noch ordentlich machen, damit ich dann leben darf.

00:13:22: Also so diese Betrachtung der meisten Menschen leben als würden sie nie sterben.

00:13:32: Sondern immer so... Ich kann es jetzt noch aufschieben weil später ist es noch Zeit um wirklich lebendig zu sein und jetzt muss man alles tun was die Voraussetzung für dieses Erlaubnis ist Und dann sterben wir als hätten wir nie gelebt Und im Wissen darum, dass dieses Leben begrenzt ist.

00:13:53: in dieser Form gehe ich diesen Stimmen in mir selber weniger auf den Leim die sagen Johannes jetzt mach erst einmal das und dann geht es lebenlos.

00:14:04: Und tatsächlich hat mein mittlerweile enger Freund damals auch so empfohlen Johannes wenn du magst denk einmal täglich dran So ganz bewusst und schau auch, was dadurch in dir entsteht.

00:14:23: Dass du sterben wirst!

00:14:26: Alles zurücklassen wirst müssen, was dir lieb- und wertvoll geworden ist in deinem Leben Wenn du es Glück hast, dass du alt wirst, wirst unterwegs... ...weiß nicht wie viele Male krank werden.

00:14:41: Verluster leben Schwieriges durchmachen.

00:14:47: Und wennst du diese täglichen Übung noch ins draufsetzen magst dann erinnert dich auch einmal am Tag dass nicht nur du sterben wirst, sondern jeder Mensch den du liebst.

00:14:59: Deine Frau und deine Kinder mit

00:15:01: eingeschlossen.".

00:15:04: Und dem Merk wie in der ersten Zeit wird das Herz gebrochen ist jedes Mal wenn ich das gedanklich an mich herangelassen habe.

00:15:13: Und auch jetzt wenn ich dir davon erzähl merke, dass meine Augen ein bisschen feucht werden als ja gut und wichtig, dass uns das jetzt nicht egal ist aber dass es uns eben berühren darf ohne dass wir so ein Drama draus machen müssen.

00:15:32: Auch Abschied und auch loslassen müssen ist Teil von dem Deal, den wir damals unterschrieben haben.

00:15:40: Und wie lange hast du diese Übung gemacht?

00:15:44: Über einen Jahr jeden Tag.

00:15:45: Wirklich jeden Tag!

00:15:47: Aber ich mache seit vielen Jahren mittlerweile seit zwölf Jahren ohnehin dreimal täglich so kleine Übungen über die total froh bin Und das habe ich einfach so mit reingenommen, seit lang.

00:16:04: Also hat sich es dann verändert?

00:16:05: Weil du hast eben jetzt gesagt am Anfang war das schon sehr hart.

00:16:12: und wie war's denn nach einem Jahr?

00:16:14: oder wie hat sich die Übung

00:16:19: verändert?

00:16:19: Zwischendurch gab´s auch Phasen und Tage wo ich den Eintracht gehabt hab.

00:16:23: Jetzt hat sie schon ein bisschen abgenudelt.

00:16:25: Es erreicht mich nicht mehr.

00:16:28: aber weil es zu Routine geworden ist Und nicht, weil es schon wirklich gut in mir landen kann dieses Thema.

00:16:35: Was sind die Unterschiede und Sinnmacht für dich?

00:16:37: Ich seh dich nicken!

00:16:38: Okay.

00:16:38: Ja.

00:16:41: Ähm... Und irgendwann habe ich gemerkt ... Ah jetzt hat sich tatsächlich was verändert, dass das nach wie vor da sein kann ab und zu.

00:16:55: Also dieser Schmerz und dieses ... Oh, ich liebe diese Kinder so sehr.

00:16:59: Aber wünsche ihnen so rundherum ein gutes Leben.

00:17:03: Und doch weiß ich nicht, wann sie sich verabschieden werden müssen.

00:17:05: Genauso wenig wie es bei mir selber weiß und dass in diesem dem Zustimmen und dem in die Augen schauen, was verändert hat oder wo ich jetzt gerade selber merke ist das gar nicht so leicht den Worte zu fassen.

00:17:24: Was mich anfühlt oder so zeigt wie es gleichzeitig so friedvoll und dankbar dafür, dass es gibt, dass ich ein Papa sein darf.

00:17:36: Was für großartige junge Männer das sind heute.

00:17:42: Man denkt, die sind genauso wie es der Welt wünscht.

00:17:46: und diese Dankbarkeit und Freude bis in jede Faser, dass ich jetzt darüber sprechen merke, kann ich so genießen oder reicht mich dadurch, dass sie etwas wegdrücken ausblenden und abschneiden muss was einfach Teil von diesem Leben ist.

00:18:04: also indem ich unserer Endlichkeit zustimmen merke ich so viel innere Kapazität da, die sonst auf Wegblenden und nicht wahrhaben wollen gebunden ist.

00:18:20: Dass die Intensität für oh wow jetzt sind wir da!

00:18:25: Und leben.

00:18:26: was für ein Glück so ganz uneingeschränkt da sein kann.

00:18:34: Ich glaube das trifft es ganz

00:18:35: gut.".

00:18:36: Das heißt du sagst diese Zustimmung zur Endlichkeit macht... Ganz viele und große innere Kapazitäten frei.

00:18:45: Ja genau, weil selbst merke ich das so im Rückblick Wenn ich mich vor dieser einjährigen Übung nicht jeden Tag damit auseinandergesetzt habe.

00:18:57: Im Gegenteil war es ja trotzdem immer irgendwo auch da.

00:19:03: Was ich aber jetzt erst dem Rückblick so klar sehen kann Mit Ängsten mit Unwohlsein mit einer Getriebenheit zum Gefühl eigentlich weiß es ja in mir irgendetwas.

00:19:19: Aber wenn ich das an mich heranlassen würde, wird das ja ganz vielen Fragen stellen wie lebe ich mein Leben heute?

00:19:26: Wie setze sich die Prioritäten?

00:19:27: wofür?

00:19:28: nämlich mit Zeit wo nicht?

00:19:29: deshalb um das Ja nicht so genau prüfen zu müssen schieben wir diesen Gedanken gleich wieder ganz weit weg irgendwo hin was ganz finster ist damit So in diesen meinen Halbheiten weiterwursteln kann.

00:19:46: Was nur geht ohne diese Konfrontation?

00:19:50: Das sind in den letzten Jahren ... Es klingt für mich alles auch nach Akzeptanz, also sehr viele Schritte in Richtung einer Akzeptant dieser Vergänglichkeit passiert.

00:20:07: Ja, fühl mich gut gesehen!

00:20:09: Trifft's gut für mich.

00:20:12: Sicher wichtiger Teil davon.

00:20:14: Du hast ja jetzt auch angesprochen, also kurz kam auch mal das Thema eben wie es vor dieser intensiveren Auseinandersetzung war.

00:20:24: Dass da so ein bisschen einen Weg drängen und eine Ängstlichkeit usw.

00:20:29: Wie ist es denn jetzt?

00:20:31: Hast du Angst vor dem Tod oder Angst vor den Sterben?

00:20:38: Mein Eindruck ist dass es an der Stelle vielen Menschen ähnlich geht und viele sagen sofort Tod habe ich keine Angst, aber Sterben.

00:20:49: Puh!

00:20:49: Also wenn wir das irgendwie auslassen könnten, das wäre schon fein und...

00:20:53: Warum?

00:20:54: Weil ich denke mir, dass Sterben, also kommt doch immer darauf an wie man es versteht.

00:20:59: was ist denn Tod und was ist den Sterben?

00:21:01: Aber in meiner Vorstellung ist eben Sterben ein Prozess Und der ist dann auch irgendwann aus.

00:21:08: Aber der Tod, der ist ja dann endgültig und deswegen ist für mich noch mal etwas anderes als ein schwieriger Prozess, der vorübergeht.

00:21:19: Herrlich!

00:21:21: Also deswegen interessiert mich jetzt wie du es siehst, weil du gemeint hast, du denkst auch wahrscheinlich ist das für viele Menschen so und ich habe das tatsächlich auch schon von mehreren auch so gehört wie du sagst.

00:21:31: aber es interessiert sich warum das bei dir so ist?

00:21:38: Das Unangenehmes viel erträglicher wird wenn wir uns dessen bewusst sind dass es vorbei geht ist so ein wesentlicher Gedanke, Caroline.

00:21:47: Ich finde den ganz groß und tatsächlich erleichtern.

00:21:56: Wenn es jetzt zu einem Bilderbuchmäßiges Sterben ist zum Sinne von dem Kreise der Familie und sich noch mal von allen verabschieden können dann vielleicht so friedlich einschlafen wir wunderbar.

00:22:12: Aber ich habe so im Laufe der Auseinandersetzung schon auch gemerkt, dass es Formen von Sterben gibt.

00:22:22: Wo man grauscht und unangenehm ist mit dramatischen Erlebnissen zu tun haben und mit einem Wunsch.

00:22:32: wenn ich mir das sparen kann dann möchte ich es mir gerne ersparen.

00:22:37: Und gleichzeitig auch da wieder die Auseinsatzung zu merken in wie viel mehr Situationen und Zuständen, die ich heute so vergleichsweise gut bei mir bleiben kann.

00:22:52: Inklusive dem Wissen – nichts davon ist permanent alles fließt und verändert sich.

00:22:58: ohnehin hat auch dem viel von seinem Schrecken genommen.

00:23:05: Warum fürchte ich mich jetzt vor Tod gar nicht?

00:23:10: Das hat tatsächlich viel damit mit Meditationserfahrungen zu tun so immer öfter.

00:23:21: Sei es im Coaching, sei es in allen möglichen auch vergleichsweise alltägliche Situation zu merken.

00:23:29: da gibt zu einerseits die Form Leben durch den Johannes zu erfahren der jetzt dagegen übersitzt mit Körper und Gewohnheiten usw.

00:23:46: in dieser Welt unterwegs ist.

00:23:48: das genies und schätze ich auch sehr dieses Leben.

00:23:54: Aber gleichzeitig kann sich uns die Wirklichkeit oder das was das alles ausmacht auch noch auf so viele andere Arten zeigen, dass so mein aktueller Stand der Forschung, wenn ich das jetzt so sagen darf also ohne jetzt einen Anspruch Ich wüsste oder wird behaupten man könnte das jetzt sagen wie genau das Alles wirklich wirklich ist.

00:24:21: aber so ein aktueller Zwischenstand wie ich es erlebe dass wir so mit unseren Persönlichkeiten und Körpern, damit eingebettet sind in sowas Unendlich großes schönes und eh unabwählbar permanent lebendiges.

00:24:41: Dass es sich mehr anfühlt wie ein dorthin nach Hause kommen.

00:24:47: Und gerade als ich Gespräche mit meinem Vater von denen ich vorhin erzählt habe passen das so gut zu Du merkst so die allermeiste Zeit in meinem jetzigen Leben.

00:25:02: Hier ist das sowas wie eine ganz leise Freude und Vertrauen, dass es doch gut ist!

00:25:11: Und dann gibt's eine naturwissenschaftliche Seite in mir, die wegen ihrer pragmatischen Schnittlichkeit immer wieder auserschätzt hat, an die man sagt... ...und wenns nicht so ist, kriegst du es eh nicht mit!

00:25:26: Und mit dem kann ich sagen, kann ich dann auch leben im Wissen um die Paradoxie in dieser Formulierung.

00:25:36: Und du sagst, das Gründet in deiner Meditationserfahrung,

00:25:42: d.h.,

00:25:43: es gab ja wahrscheinlich in deinem Leben auch eine Zeit bevor du meditiert hast oder regelmäßig meditierte?

00:25:49: Ja klar!

00:25:50: War das da anders oder hattest du mehr Angst davor?

00:25:55: Massiv,

00:25:56: massiv und ich würde jetzt nicht behaupten dass das völlig weg wäre.

00:26:04: Gelegentlich taucht er heute wieder was auf.

00:26:11: Völlig in Ordnung, aber so von der Grunderleben die Vorstellung dass dieser einzigartige Johannes an den ich mich jetzt so gewöhnt habe und der alles, der meine ganze Welt ausgemacht hat irgendwann nicht mehr sein könnte das war Tatsächlich unvorstellbar im wahrsten Sinne des Wortes.

00:26:37: und so ein Gefühl, der die ultimative Tragödie in meinem

00:26:43: Leben.

00:26:46: Und das ist es jetzt nicht mehr?

00:26:50: Ja tatsächlich!

00:26:53: Ich bin jetzt zurückhaltend bei gar nichts mehr, weil wir so vorhin auch davon gehabt haben Es kommt und geht ja alles.

00:27:03: Insofern... Sind wir jetzt auch nicht in jedem Moment genau gleich mit dem, wo wir uns gerade fürchten was Relevantes?

00:27:11: Welche Seiten von uns jetzt gerade im Vordergrund sind.

00:27:14: Also vom grundsätzlichen Lebensgefühl ja hat es einen Schrecken wirklich verloren.

00:27:19: Was ist denn eigentlich der Tod für dich?

00:27:23: Auf einer gedanklich konzeptionellen Ebene habe ich mich immer wieder damit befasst und hab gemerkt so all die verschiedenen Vorstellungen, die es dazu gibt habe ich tatsächlich nie so wichtig gefunden, weil es sich jetzt alle auch nicht so glauben konnte.

00:27:48: Ich habe in mir noch keinen Ort oder keine Quelle der Einsicht gefunden die jetzt sagt ja genau so Es gibt ein Leben nach dem Tod sei es in einem Paradies, sei es eine nächsten Verkörperung, was er immer auf einer Ebene von Wo etwas in mir eine Ahnung ohne es wissen zu müssen, ist du ganz viel loslassen und auch loslassen dürfen.

00:28:23: Ich kann mal vorstellen – jetzt kennen wir uns beide ja doch schon Zeit – das macht diese Erfahrung immer wieder... Beide diese Erfahrungen haben wir schon einmal gemacht und wahrscheinlich immer wieder.

00:28:34: Wie schwer es uns anfänglich fällt irgendwas loszulassen, dass uns so wichtig worden ist in einer Lebensphase?

00:28:42: Und dann ist irgendwann der Zeitpunkt, wo du merkst das geht einfach nicht.

00:28:48: Es ist vorbei und etwas ganz tief drin in mir stimmt ihm plötzlich zu.

00:28:54: Danach hat man nie leidgetan, dass es vorbei war.

00:28:57: Vorher schon!

00:28:59: Und danach habe ich gesagt, das war so richtig... Gut.

00:29:03: ...und ist so viel Freiheit damit verbunden von dem was vorher auch schon gehabt haben.

00:29:10: ich glaube, es im Laufe der Jahre echt immer besser im Loslassen geworden bin.

00:29:16: Und so gut es jetzt kann mir Tod vorzustellen ist in diesem großen Loslassen ganz viel natürlich Abschiedsschmerz aber auch soviel Erleichterung und Freiwerden dürfen, dass man denkt das ist ja Teil der Blicke wirklich fröhlichen gegen.

00:29:39: Das heißt

00:29:40: du

00:29:42: Gehst davon aus, dass man oder du irgendwann auch an einen Punkt kommst wo du sagst und jetzt ist gut.

00:29:52: Und jetzt bin ich quasi auch bereit oder fertig?

00:30:00: Ja mit gefühlter Sicherheit.

00:30:07: So im Sinn von konzeptionell was wissen wir schon weil ja auch diese ganzen Naht, Toderfahrungen

00:30:15: etc.,

00:30:16: wo es ja viele Berichte gibt die zum Teil in eine ähnliche Richtung gehen.

00:30:20: Ja wissenschaftlich betrachtet den Schönheitsfehler haben dass die Leute alle wieder zurückkommen sind.

00:30:30: Aber auch da so diese Erfahrung von das war letztendlich gut und gar nicht schrecklich Und so ein Gefühl von einem aufgehoben sein letztendlichen Passt du gut zusammen mit dem, wie sie tatsächlich anfühlt.

00:30:49: Und auch wenn du dir vorstellst, dass dann das alles hier ... Du hast es vorher beschrieben der Johannes, der jetzt da hier sitzt und er hat das Haus und die Kinder und den Job.

00:31:00: Das ist halt alles nicht mehr aber das wäre quasi Teil davon, Teil des Deals.

00:31:09: Ja genau!

00:31:11: Das ist ja auch bewusst?

00:31:13: Ja also dieses merken, es ist ohnehin alles im Fluss.

00:31:20: Und je mehr es in den letzten Jahren möglich war dem zuzustimmen und nicht dagegen arbeiten zu müssen, desto leichter ist das auch geworden.

00:31:37: Desto leichte jetzt ist auch im Blick noch vorn.

00:31:39: Weil jetzt das Haus unter Kinder weil du dieses Beispiel angesprochen hast, das ist ja ohnehin jetzt unabhängig von Tod Absichtbar.

00:31:49: Das sind ein paar wenige Jahre, wo die noch bei uns sind und ich freue mich jeden Tag darüber, dass sie da sind.

00:31:55: aber das hat natürlich auch gesundes Ablaufdatum Und dann werden wir kein Haus mehr brauchen und es wird sich neu gut finden.

00:32:06: Du hast jetzt eh schon glaube ich sehr viel dazu gesagt.

00:32:10: Aber trotzdem nochmal die Frage Was glaubst du ist notwendig damit Man, ich sage es jetzt allgemein an diesen Punkt kommt, wo man ... oder nicht nur in diesem Punkt, sondern einerseits irgendwie gut loslassen kann und vielleicht auch irgendwann an den Punkt kommt.

00:32:31: Wo man sagt, jetzt bin ich fertig!

00:32:35: Ich habe schon gehört es geht viel um Akzeptanz.

00:32:39: ja vielleicht noch einmal in deinen Worten.

00:32:43: Also ihr lebt tatsächlich so dass wir sterben lernen können weil wir durch diese Grundprozesse ja viele, viele Male in unserem Leben durchmüssen.

00:32:56: Wir sind vielleicht gerne im Kindergarten und müssen dann in die Schule.

00:33:02: So Abschied von der Kindheit in gewisser Hinsicht.

00:33:08: Neulich mit unserem Kleineren drüber unterhalten, der das auch so genossen hat zu dem Kindergatten nichts tun zum Müssen!

00:33:20: Das ist erst einmal ein tiefgreifender Veränderung.

00:33:24: Wir sind irgendwann mit der Schule fertig.

00:33:27: Da ist dieser geschützte Raum vorbei, erster Liebe kommt und geht usw.

00:33:34: Kinder kommen, müssen wir uns von der Freiheit und Unabhängigkeit verabschieden oder sterben lassen, dann kommen sie aus dem Haus usw.. Das heißt, wir haben unendlich viele Gelegenheiten im Laufe unseres Lebens und es genau mit dem auseinanderzusetzen.

00:33:54: darf es weh tun dass es vorbei ist?

00:33:57: Darf es gut sein, weil irgendwas in uns jeden Frühjahr oder später eh seinen Frieden findet wenn man uns nicht übergeburt festklammern und dagegen arbeiten.

00:34:12: Und kann ich dann auch die Erfahrung mitnehmen davon so leid's mir damals getan hat dass das aus ist.

00:34:22: Sogut ist es danach weitergegangen und in der combo glaube ich kanns tatsächlich von mal zu mal leichter werden.

00:34:32: Und jetzt gehen da ganze Reihe Leute, die Jensatz von meinem Vater, von dem ich es schon so viel erzählt habe, wo man genau auch das entgegen kommt.

00:34:43: So dieses Sterben gelernt haben durch immer mehr dem Leben zustimmen dass es genauso richtig ist und kommen darf mit allem was dazugehört.

00:34:55: Du hast gesagt wir können sterben lernen.

00:34:59: Wir haben so viele Gelegenheiten im Leben und diese Gelegenheit, die haben wir alle.

00:35:03: Die haben ja alle Menschen.

00:35:05: Und trotzdem gibt es aber viele, die nicht so positiv jetzt drüber sprechen würden wie du jetzt auch sprichst.

00:35:14: Und die auch alle diese Situationen hatten und die auch allen in ihrem Leben lernen mussten loszulassen weil halt Situationen vergangen sind und sich verändert haben.

00:35:24: Trotzdem sind sie vielleicht alt oder älter und haben Angst davor.

00:35:30: Was ist denn da der Unterschied, glaubst du?

00:35:35: Also zum einen ist man immer wichtig das jetzt nicht so absolut hinzustellen als wäre ich sozusagen da jetzt völlig raus aus dieser Nummer.

00:35:49: Ich weiß jetzt schon die nächsten Themen wo es mir wehtun wird und wo ich wieder durch muss durch ein Prozess und sie werde bei manchem Rotz und Wasser heulen.

00:35:58: Wo ich unfassbar dankbar bin So wenn ich auf meine letzten Sterbeprozesse und neue ins Leben finde Prozesse schaue, dass ich darin nicht alleine war.

00:36:14: Das heißt da waren früh schon meine Eltern, da war über so viele Jahre meine Frau wo man miteinander durch so vieles durchgehen konnte.

00:36:26: Und einfach diese Erfahrung von also schwierig unterwegs Als Seinwock, da ist jemand, wo die Liebe so groß ist und du weißt, du gehst damit einander durch.

00:36:36: Das macht so einen Riesenunterschied.

00:36:38: Und mir ist so bewusst das dieses unglaubliche Privileg nicht alle Menschen zu haben.

00:36:46: Und ich war mir selber ja auch über weite Strecken dessen gar nicht bewusst.

00:36:50: Dieses Privilegg so jemand an seiner Seite zu haben, meinst Du?

00:36:53: Ja!

00:36:54: Also immer mehr als zu merken dass diese so mich... dass ich lang durch mein Leben gegangen bin letztendlich mit so einer Vorstellung von, wenn es wirklich drauf ankommt, bin ich auf mich allein gestellt.

00:37:10: Und damit trägt sich alles so viel schwerer und irgendwie noch darauf zu kommen.

00:37:15: das ist gar nicht so.

00:37:19: Ah wie schön!

00:37:24: Jenseits von wer ist auf einer menschlichen Ebene da und hilft uns durch so schwierige Phasen durchzukommen einfach durchzuhören, durch da sein ist so dieses Thema Meditation auch was, wo ich sehr dankbar bin dafür.

00:37:43: Also dem in dem zum einen entstanden ist dieses mehr dranbleiben können und dem jetzt auch geschauen können, was man extrem unangenehm ist, was so auftacht z.B.

00:37:57: So meine tiefen Vorstellungen von Na so will ihr auf gar keinen Fall sterben.

00:38:04: das wäre ganz schlimm.

00:38:06: oder um Gottes Willen Großartige Johannes irgendwann nimmer ist, das geht ja gar nicht irgendwie.

00:38:14: Und da zu merken immer mehr sie mit dem auseinandersetzen was taucht er auf war schon ganz wertvoll und notwendig.

00:38:26: Und gleichzeitig auch was tauchte er auf was ich jetzt nie mal alleine gut bearbeiten kann.

00:38:33: Das heißt die Meditation für mich ein wesentlicher Aspekt um in Kontakt zu kommen mit solchen Phänomenen.

00:38:45: Und dann braucht es aber auch wieder Begleitung durch Lehrerinnen, Lehrer, Therapeuten Menschen die einfach doch wegkundig sind und uns damit einfach ein hilfreiches Gegenüber sein können dass wir uns so auseinandersetzen damit das irgendwann auch gut und ja ein Stück weit heil werden kann was ja in uns allen da einen Fetzen hängt und erst einmal unbeantwortet ist.

00:39:15: Und so auf Fragen,

00:39:19: wie können

00:39:21: wir unsere individuellen Traumata und unsere Kollektiven, wo uns der Zweite Weltkrieg immer noch nachhängt oder die Coronazeit mit den Gräben, die da aufgerissen sind

00:39:30: usw.,

00:39:31: wie können das individuell und gesellschaftlich immer besser hinbekommen?

00:39:39: Dass man uns diesen Fragen so stellen dass wir es integriert kriegen irgendwann.

00:39:47: Ich glaube, das sind wesentliche Fragen, die uns einem dem ganzen aktuellen Schlamassel total gut tun, wenn man sich nicht aus dem Blick verliert.

00:39:58: Das ist ein Teil von dem, wofür ich in meiner Arbeit unterwegs bin und total dankbar

00:40:05: bin.".

00:40:07: Also vielleicht eine Sache noch, die ich jetzt auch rausgehört habe und die ich durchaus wichtig finde, sie nochmal so zusammenzufassen dass du sagst, das es nicht angeboren oder auch nicht unbedingt Zufall ist.

00:40:26: Ob jetzt jemand diese Lebens- und auch Endlichkeitsbejahende Einstellung haben kann?

00:40:34: Oder eben Angst vor dem Sterben hat oder muss?

00:40:38: Sondern dass man das üben kann, dass man lernen kann sich auch hinein entwickeln kann.

00:40:52: Also ich sag das auch so ein bisschen mit dem Hintergrund, du machst ja viel zu Hirnforschung hast.

00:40:56: Ich sage jetzt noch mal das schöne Wort Psychoneurophysiologie studiert und auch so mit diesem Hintergrund die Frage an dich oder ob ich das richtig so verstanden habe?

00:41:10: Absolut Karolina!

00:41:12: Ja, ich finde es so wesentlich dass wir im Bezug auf all das was uns so plagt in Leben Immer mehr die Fähigkeit entwickeln können, dass wir uns dem stellen und mit dem auseinandersetzen.

00:41:26: Nicht mit so einer falsch verstanden esoterischen Perspektive von.

00:41:33: ich kann mal jetzt sozusagen das wegmeditieren oder sonst irgendwie ein Leben erschaffen wo's keine Probleme und kein Leid und keinen Schmerz mehr gibt.

00:41:46: Das heute für einen Blödsinn.

00:41:49: also Darf jeder glauben, was er meint und das wäre jetzt einfach nicht meine Perspektive auf die Welt.

00:41:55: Ich glaube dass Schwierigkeiten, Leid, Schmerz Teil vom Deal sind aber dass wir ganz viel lernen können und entwickeln können.

00:42:06: bei der Frage Wie gehe ich da mit dem allen um wenn es daherkommt?

00:42:12: Mache dann sozusagen nur zusätzliches Drama damit Sinn von des dürfte alles nicht sein.

00:42:19: und es ist so schrecklich Weil genau dadurch machen wir es uns oft erst wirklich schlimm.

00:42:25: Weil man dann vor lauter Drama und das darf nicht sein, auch von vornherein so viel dagegen mauern müssen und so viele Komplikationen in unser Leben bringen, wo's bei manchen einfach ist um zu sagen okay?

00:42:39: Und das kommt ja ohnehin unvermeidlich!

00:42:42: Dann späumen wir die ganzen Pirouetten- und Schleifen im aussichtslosen Abwehrkampf.

00:42:47: Das heißt Ja zu deiner Frage glaube ich in ganz hohem Maße lernbar.

00:42:54: Nein, ich glaube nicht dass man daraus Schluss folgern kann.

00:42:59: und sollte das jeder seines eigenen Glückes schmied ihn ist und dass es irgendwie gerechtfertigt wäre Leuten die gerade leiden und denen's grad schlecht geht dann vielleicht noch so was Hilfreiches zu erzählen wie Bisschen selber schuld, hättest du halt mehr meditiert oder sonst was?

00:43:27: Also ich seh dich lächelnd.

00:43:28: Ich glaub das schauen wir eh gleich drauf.

00:43:31: Wir sind so alle miteinander darauf angewiesen Dass es Menschen gibt, die's gut mit uns meinen Die aus ganzem Herzen für uns da sind So dass man glaube ich Gut daran tun und uns genau daran immer zu erinnern, sodass wir das einfach auch weitergeben können.

00:43:50: Kein Mensch kann allein durch eure schlimme Was das Leben auch daherbringt.

00:43:54: Du hast jetzt auch schon von bestimmten Situationen erzählt, die durchaus einprägsam waren oder von mehreren Situationen mit deinem Vater eben.

00:44:07: Oder auch von der Situation mit deiner Familie während der Coronazeit.

00:44:11: gibt es darüber hinaus noch einen Moment oder eine Situation, die dir einfällt, die deine Sicht aufs Sterben oder auf den Tod verändert haben oder besonders geprägt haben?

00:44:26: Das eine war so ein junger Mann im Zimwildienst, dem Altersheim gearbeitet habe.

00:44:34: Da zwei Menschen gestorben sind die so recht ins Herz geschlossen hab und so die letzten Wochen und Tage einfach sehr eng dabei gewesen bin genauso wohl diesen Abwehrkampf von dieses um nichts in der Welt loslassen wollen mit der Laptop als auch wie schön und friedlich und versöhnt ihr waren, wie sie sich dann verabschiedet haben.

00:45:01: Und bei einer aber dann auch gemerkt so die Angehörigen, die im Raum waren anders waren wir sind dann herausgekommen sind wo deutlich war es so wie diese Frau dann letztendlich versöhnbar wie sie gestorben ist hat das nicht nur für Sie einen Unterschied gemacht ganz fundamentalen existenziellen, sondern tatsächlich auch so für ganze Familie.

00:45:29: Und war sie versöhnt?

00:45:31: erst danach quasi als sie schon gestorben war oder kurz davor auch schon?

00:45:39: In einem Fall kurz dvor auch schon also in diesem fall ja genau.

00:45:43: und tatsächlich bin ich damals dabei gesessen in so ein moment also bevor die familie gekommen ist und bevor es jetzt irgendwie klar ist Jetzt ist es so weit und habt zumindest das Gefühl gehabt, diesen Moment mitzuerleben.

00:46:02: So wie was wirklich so ruhig geworden ist nach diesem Tagelangen sich hin- und herschmeißen und ja wo immer so sie so ein bisschen mit sich selber gesprochen hat.

00:46:12: Nein nein nein!

00:46:13: Und es war einfach so mühsam und dann einfach dabei zu sitzen und zu merken Es ist ruhig Und es wird so, sie wird irgendwie so ... ihr still und hat dann gelächelt.

00:46:30: Ich weiß nicht, wie's danach weitergegangen ist.

00:46:34: Dann sind ja später auch die Angehörigen gekommen.

00:46:36: oder wäre das für ein Zivildiener nicht angewessen gewesen dabei zu sein?

00:46:41: Aber der Moment hat mich tatsächlich nie mehr verlassen.

00:46:44: Was mir sehr beschäftigt hat.

00:46:47: Inwiefern hat sich dich beschäftigt?

00:46:49: Oder was hat dich beschäftigt?

00:46:52: Was findet Däunen statt?

00:46:54: Was bei mir jetzt so auftaucht, wie sehr merk ich, wie Leben und Sterben für mich zusammengehört.

00:47:01: Was bei me aufgetaucht sind auf der Frage zum Sterben oder zum Tod waren tatsächlich ein paar Erlebnisse von Lebendigkeit?

00:47:12: Von Leben!

00:47:13: Ja genau.

00:47:15: Was für mich immer wieder paradox ist... Jetzt, wenn ich das ausspreche ... Wie sehr mit diesen Momente von unangeschränkt lebendig sein und dankbar sein dafür, wie genau die es mir so viel leichter machen, innerlich auch einen Tod und Sterben zu denken.

00:47:40: Das war ja schon ganz im Einstieg.

00:47:41: da hast du ja eigentlich auch gleich von einer Situation von großer Lebendigkeit also das mit deiner Familie und wir dann seit sie am Berg gegangen bei der Coronazeit und dann in den See gesprungen also das sind ja auch eigentlich hast du von sehr starker Lebendlichkeit

00:47:59: Und tatsächlich, Teil von dem warum ich so dankbar bin für meinen Beruf ist das es dort oft gerade wenn's so um tiefe Transformationsprozesse geht.

00:48:12: Merk wie lebendig ich dabei bin.

00:48:15: aber neben dieser Lebendigkeit und zu diesem Eindruck von alle Beteiligten finden gerade in sowas.

00:48:23: Jetzt fühlt sich so richtig stimmig und gut an!

00:48:27: Jetzt zeigt sich plötzlich alles, wie es gut weitergehen kann.

00:48:31: Das ist eben dem, dass sie das schön anfühlt.

00:48:35: also was dabei ist von und genau da bin ich richtig mit dem wofür in der Welt bin Und das tatsächlich je mehr ich so lebe und das so mit Fraufreunden Kindern Familie genauso wie im Beruf.

00:49:01: Jetzt spiele ich voll auf der Höhe, dessen wäre ich jetzt gerade in meinem Leben sein kann.

00:49:07: Rückhaltlos und mit vollem Spaß dran aber auch so hilfreich es in aller Vorläufigkeit halt irgendwie möglich ist dass das befreiend auch ist völlig von dieser Sorge.

00:49:22: irgendwann schaue zurück und denke mal meine Güte was war das für halbete Angelegenheit?

00:49:30: Und dass dieses mich lebendig fühlen und dieses mich im richtigen Platz in der Welt fühlen, ohne dass es perfekt sein muss.

00:49:40: Aus dem ganzen Herzen, dass ich einfach jetzt das mache was braucht.

00:49:43: Dass das tatsächlich das ist, was der ganze Geschichte in Schrecken nimmt.

00:49:47: Noch einmal den letzten Satz.

00:49:51: Dieses aus ganzem Herzen... Das tun!

00:49:55: Wo ich nicht nur das Gefühl habe, das erfüllt mich und ist schön und fühlt sich gut und lebendig an Sondern auch mehr.

00:50:01: genau das geht einher mit, ich tue das was es braucht und das hat für mich persönlich fast immer ganz unmittelbar zu tun.

00:50:12: Ich lasse mich ein auf die Begegnung mit anderen Menschen und des was da entsteht.

00:50:18: Das da in die Folgen gehen ist das was dem den Schrecken nimmt dass das in dieser Form irgendwann einmal auch abgeschlossen sein darf und dann ein Ende kommt.

00:50:32: Aber das ist dann nichts halbherziges gewesen.

00:50:39: Nichts vor lauter Sorge und Absichern müssen Schaumgebremstes.

00:50:45: Sondern voll rein?

00:50:47: Genau.

00:50:47: Olin!

00:50:51: Und du hast gesagt, dass den ob er fragt.

00:50:53: Genau jetzt die Frage... Wenn man eben dir sagen würde, Du hast nur noch eine begrenzte Limmenszeit, eben sagen wir sechs Monate Würdest Du irgendwas Anders machen?

00:51:06: und wenn ja, was würdest du dann anders machen?

00:51:09: Oder würdest Du eigentlich genauso weiterleben.

00:51:15: Ich würde tatsächlich so weiter leben!

00:51:19: Ich würde glaube ich eine richtig fetzige Abschiedsparte machen, dass wir ordentlich krachen lassen im Sinn von Menschen einladen die mir wichtig sind und ihnen das sagen und ihnen dafür danken, wer sie waren in meinem Leben Und sie auch zusammenführen, merke das ist so Teil von dem was ich unglaublich gern tue.

00:51:46: Was auch so Teil meiner Wuffür in diesem Leben ist Menschen zusammenbringen die ich über die Maßen schätze.

00:51:57: Man merkt wie viel Gutes allein daraus schon entsteht und es wäre sozusagen auch damit ein guter Abschluss das dann noch einmal zu tun und miteinander gute Zeit zu haben.

00:52:09: Ich würde ein paar administrativen Aspekte meines Berufs mir sparen, weil es jetzt mit dieser Kurzfristperspektive immer wichtig ist.

00:52:21: Wesentlichen wäre das und vielleicht nur wichtig.

00:52:27: der Rest wird sich finden.

00:52:30: Das heißt bekomme ich jetzt diese Diagnose werde zu meiner ersten spontane Antwort und teile.

00:52:37: meine spontanen Antwort ist auch Warum soll und müsste ich das jetzt schon wissen, was in den sechs Monaten die mir bleiben?

00:52:47: Dann vielleicht noch alles auftaucht weit jenseits dessen, was immer jetzt nur vorstellen kann.

00:52:53: Weil gerade dann in solchen wichtigen Momenten ganz verlässlich das Leben, damit irgendwas um die Ecke kommt, dass möglicherweise größer und besser ist als aus, was wir uns jetzt zu unserem kleinen Kopf hätten ausgewalt.

00:53:10: Das heißt dafür offen bleiben wollen Das wäre ein ganz wesentliches Element.

00:53:17: Gibt es bei dir noch so diese eine Sache oder einen Wunsch angenommen?

00:53:23: Du würdest da diesen Wunsch bekommen, wo du sagst und wenn das jetzt noch wäre dann wär's vollkommen oder dann wär ich noch vollkommen näher.

00:53:34: Gibts

00:53:34: sowas bei dir oder sagst du eigentlich ist eh gut wie es ist.

00:53:40: Es ist

00:53:40: auf jeden Fall ein bisschen ein liestiges Seite in mir die sie denkt, naja wennst du so einen Wunsch frei hast dann mach was gescheites damit.

00:53:53: Dann wünschte irgendwas was jetzt drauf einzahlt das Österreich zumindest eine Weile noch ein freier demokratischer Rechtsstaat bleibt dass man auf einer gesellschaftlichen Ebene noch irgendwas bekommen was uns hilft und gut tut dabei die großen Herausforderungen dieser Zeit miteinander gut zu gestalten.

00:54:19: Und dem Merk, das führt mich tatsächlich so dahin.

00:54:28: Da sind wir irgendwas wünscht.

00:54:29: oder dass ich mir wünsche eine Super-Eingebung wie ich weit über das was ich bisher gesehen habe hinausgehend noch beitragen kann zur tatsächlichen Angst freieren Gesellschaft.

00:54:50: Weil ich glaube, dass all die Schlamassel, die wir jetzt um uns herum sehen letztendlich genau damit zu tun haben.

00:55:00: Dass man uns so fürchten vom Leben und vom Sterben.

00:55:05: Dass wir alles tun um diesen Grunddeal irgendwie auszutricksen.

00:55:14: Dass mal unseren Sterblichen machen mit irgendwöchen Einträgen in der Geschichtsbücher weil wir so toll auf den Putz hauen wie keiner vor uns dass wir uns hochrüsten und gegenseitig bekriegen müssen.

00:55:32: Und insofern wird das ja ein cooler Move des letzten halben Jahres von durch die Unmittelbarkeit nur auf was drauf kommen, was insgesamt weitergeht im Sinn von mehr Leben und weniger Führten Was ja immer das ist.

00:55:56: Und wenn es einfach nur ganz im Kleinen ist, das taucht in mir selber immer mehr auf und steckt die Menschen an, die halt um mich herum sind in der Zeit.

00:56:11: dann ist sogar das was wir vielleicht nicht unterschätzen sollten in seiner Wirkung.

00:56:16: Wir bleiben noch ganz kurz beim Wunsch.

00:56:19: Wenn du noch einen Wunscht hättest an den Tod Welcher wäre das denn?

00:56:27: Ich merke gerade wie schön es ist da keinen Wunsch haben zu brauchen und so wissen, dass es so viel größer ist als ich bin.

00:56:39: Und so richtig!

00:56:42: Dass ich mir einfach davor verneilten kann oder es passt fürs es.

00:56:50: Die letzte Frage wäre noch... Wenn du mal nicht mehr bist woran sollen sich die Menschen an dich erinnern?

00:56:58: Hast du dazu eine Vorstellung oder Wünsche?

00:57:03: Nein tatsächlich also ganz unmittelbar Und eher stückweit unabwählbar werden sich meine Kinderzeit ihres Lebens an mich erinnern.

00:57:17: Einfach weil das eh nicht anders geht, ja?

00:57:22: Und leben wir so durch die Generationen immer ein Stück weit weiter mit dem, was wir waren und was wir eingebracht haben.

00:57:32: Darüber freue ich mich aber habe jetzt zumwie keine Ansprüche.

00:57:38: Ich finde mit der Frage so bemerkenswert wie viel Entspannung und tatsächlich Erleichterung mit der Frage einhergeht für mich.

00:57:49: So wie gut es auch ist, dass wir auch vergessen werden dürfen.

00:57:59: Also manchmal stellen eher Leichtern was habe ich für Pläßig gemacht in meinem Leben.

00:58:04: Gut wenn das nicht bis in aller Ewigkeit irgendwo in den Marmottafeln gemeißelt ist.

00:58:12: aber wie sehr Ausdruck von diesem großen Fluss, in dem wir ja eh nicht verloren gehen.

00:58:20: Ohne dass man jetzt so als individueller Wassertropfen momentan mit der Tafel zu bleiben, genau dieser Wassertroppen bleiben müssten.

00:58:31: So das hat einfach auch sowas zutiefst gesundes und fröhliches finde.

00:58:37: Also insofern danke für die Frage!

00:58:41: Danke für die Antworten.

00:58:45: gibt es sonst noch von dir noch etwas, gibts noch einen Gedanken oder gibt's noch ein Gefühl?

00:58:51: Oder gibt es noch was, was du dazu sagen möchtest oder dazugeben möchtes.

00:59:00: Ich möchte dir aus ganzem Herzen Danke.

00:59:02: sorgen für den Austausch, Karoline!

00:59:05: Dafür dass du dich diesem Thema so widmest und damit der Gelegenheit eröffnet hast aber aus meiner Sicht einen Raum aufmachst demma... wirklich gesellschaftlich so gut brauchen können.

00:59:22: Wie viel wartet dort drin auf uns, um uns so als Menschen da in unserem Miteinander unterwegs zu sein und mal ganz anders zu begreifen und zu feiern?

00:59:35: Ich bin schon total neugierig auf die andere Gespräche, die du geführt hast und auf all das wo jetzt auch ganz konkret dich persönlich dieser Weg an dieses Thema nur führen wird.

00:59:49: Danke, lieber Johannes.

00:59:51: Danke für deine Zeit

00:59:53: und danke fürs Gespräch!

00:59:55: So eine Freude!

00:59:57: Danke erst ganz im Herzen, Karolina!

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